• Utopie-kreativ "Des jungen Leutnants Deutschland - Tagebuch"
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    WOLFRAM ADOLPHI

    Des jungen Leutnants Deutschland-Tagebuch

    UTOPIE kreativ, H. 175 (Mai 2005), S. 422-426

    Wolfram Adolphi – Jg. 1951, Dr. sc. phil., Dipl.-Staatswissenschaftler, wiss. Mitarbeiter der Rosa- Luxemburg-Stiftung und Redakteur bei 
    »UTOPIE kreativ«; in der Zeitschrift zuletzt: »Wohlfeile Keule und geistige Selbstverstümmelung. Zwei neue Bücher mit ›linkem‹ 
    Antiamerikanismus- Vorwurf«, Heft 165/166 (Juli/August 2004), S. 662-671; » PDS. Partei des Demokratischen Sozialismus. Skizzen zu 
    ihrer Geschichte«, Heft 172 (Februar 2005), S. 113-125.

    Wladimir Gelfand: Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten, ausgewählt und kommentiert 
    von Elke Scherstjanoi, Aufbau- Verlag Berlin 2005, 357 S. (22,90
    )








    »Ein Wald an der Oder. (…) Die Deutschen haben Angst, sind feige. Irgendwie sind sie alle dumm 
    und beschränkt, wie Götzen, was ich bei all dem, was ich früher von ihnen dachte, nicht im geringsten 
    erwartet hätte. Jede Menge Reichtum. Die Polen laufen zerlumpt herum, fast schon elendig.«
    Tagebucheintrag am 3. Februar 1945.

    »Bis Berlin sind es 70 Kilometer und bis zum Ende des Krieges … noch weit, wie es
    scheint. Die Deutschen leisten nicht nur Widerstand, sondern sind sogar in der Lage,
    uns aufzuhalten (einige Tage treten wir schon auf der Stelle) und uns unersetzbare
    Verluste zuzufügen. Wenigstens die Hälfte der Mannschaften ist in diesen Tagen in die
    Fänge des Todes geraten, hat Verwundungen oder Quetschungen erlitten. Es ist
    ein unbeschreiblicher Alptraum, und nichts anderes.«
    Tagebucheintrag am 6. oder 7. Februar 1945.

    »Gestern sind zwei erschossen worden, die sich selbst verstümmelt hatten. So hatte ich 
    nach dem Dienst in der Nacht auch noch den ganzen Tag mit den Gerichtsverfahren zu tun. 
    (…) der Soldat Kolzow (…) wurde gleich morgens verurteilt und hinter dem Schuppen unseres 
    Hofes erschossen.  (…) Der andere war ein Leutnant (!). Ich hatte noch nie gehört, daß ein 
    Offizier sich aus Feigheit  selbst verstümmelt hat. Die linke Hand hat er sich durchschossen. 
    Er war noch jung, trug den Rotbanner-Orden und die Medaille eines Verteidigers Stalingrad. 
    Die Auszeichnungen wurden ihm abgenommen und sein persönliches Eigentum konfisziert, seiner 
    Familie wurden alle Vergünstigungen  entzogen, und er wurde wie ein Hund erschossen.« 
    Tagebucheintrag am 16. Februar 1945.

    »Die Straßen von Berlin sind laut und belebt. Die Deutschen tragen alle weiße Armbinden. Sie 
    fürchten sich nicht vor uns und spazieren auf den Straßen, wo es nur geht. Es passiert viel, 
    so mächtige und  eindrucksvolle Erlebnisse, daß man sie nur schwer mit Worten wiedergeben kann. 
    General Bersarin,  der Befehlshaber meiner Armee, wurde zum Kommandanten Berlins ernannt 
    und hat eine Anordnung für die örtliche Bevölkerung bekanntgegeben, in der er aufruft, zu einem 
    friedlichen Leben und zur Arbeit zurückzukehren. Die Verbündeten haben sich mit unseren 
    Truppen vereinigt und bei Torgau die  Kräfte des Gegners gespalten. Die drei Regierungschefs 
    haben das in einer Sondermitteilung an ihre  Streitkräfte allgemein bekanntgegeben und dazu 
    aufgerufen, alle Anstrengungen auf den letzten Schlag gegen den Feind zu richten.«
    Tagebucheintrag am 28. April 1945.

    »In Deutschland ist jetzt die Zeit des Regens und der Tränen angebrochen. Die Deutschen 
    jammern über das Essen, über den Dreck, trauern den guten alten Zeiten nach, als es alles noch 
    im Überfluß gab. Und  der trübe deutsche Himmel überschüttet die finsteren Gebäude auf deutschem 
    Boden in solchen Mengen, als wolle er ganz Deutschland in einem unaufhaltsamen  Wasserstrom 
    auflösen. Diese Begegnung mit der deutschen Natur ist für mich sehr unangenehm. Die 
    ist so grau und abweisend – ganz wie eine Stiefmutter.«
    Tagebucheintrag am 14. August 1945.

    »Wittenberge. Ich bin wegen der Nägel für das erste Bataillon hier in der Fabrik ›Singer‹. 
    Ein großes,  imposantes Gebäude. Habe die Anlage besichtigt. Die Technik ist beeindruckend. 
    Gleich nebenan wird  Stroh zu … Seide verarbeitet, Abfall zu Papier, die Reste zu Watte. Alle 
    Achtung! Es heißt, die Fabrik sei die führende und wichtigste in Deutschland gewesen. Alle 
    Produktionsanlagen und Nähmaschinen sind schon abtransportiert. 180 Waggons hat der 
    Inhalt der Fabrik gefüllt. Die Gebäude sollen gesprengt werden, aber sie haben ein paar Maschinen 
    für die Herstellung von Nägeln dagelassen. Und derentwegen bin ich nun hier,
    soll sie nach Berlin bringen.«
    Tagebucheintrag am 9. April 1946. 

    »Deutschland, ich bin deiner nicht überdrüssig, aber ich verlasse dich mit Vergnügen. Du bist 
    verdorben und leer. Du birgst nichts Erstaunliches, hast nichts Fröhliches in dir. Das Leben 
    hier ist einfach nur lustig, sorglos  und billig, viel Getöse und Geschwätz. Und Russland? Ich 
    weiß schon nicht mehr, wie es aussieht, wie man  dort lebt und was es dort jetzt Interessantes gibt. 
    Teuer ist mir seine von Blut und Tränen gewaschene Erde,  die ich nun bald, wie es scheint, wie 
    Schokolade mit meinen gierigen Zähnen ohne Ende knabbern, mit meiner
    deutsch verrenkten Zunge lecken und mit meinen rauen Lippen küssen werde. Es wird schwer 
    werden, das weiß ich. Arbeit und Gesundheit werde ich zum Opfer bringen; Verstand und Ausdauer 
    und meine Freiheit. Aber ich werde es schaffen! Ich will es, und ich brauche es so sehr! 
    Das Leben hat mir wieder sein Gesicht  zugewendet.«
    Tagebucheintrag am 19. September 1946.



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    Auf der Ruckfahrt von Berlin nach Velten fragte mich im Zug ein mir gegenubersitzender Deutscher ganz unvermittelt und ernsthaft:Wird Deutschland wieder gros und stark werden? Schlusfolgerungen spare ich mir, denn die Frage an sich ist so zynisch, das eine Antwort oder ein Kommentar nichts bringt (S. 179).


    Notiert ist dies am 14. November 1945, 1 Uhr nachts. Der Leutnant der Roten Armee Wladimir Gelfand, einer judischen Familie aus der Ostukraine entstammend, ist zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Seit Mai 1942 steht er in Krieg und nachfolgender Besatzung. Er hat
    wie dem instruktiven Nachwort Ein Rotarmist in Deutschland von Elke Scherstjanoi, die die Aufzeichnungen ausgewahlt und kommentiert hat, zu entnehmen ist Mitte Juli 1942 im Raum Rostow bittere Niederlagen erlebt, ist im Herbst 1942 nahe Stalingrad wahrend der ersten Kampfe dort Kandidat der KPdSU geworden, hat im Dezember des gleichen Jahres eine Verwundung erlitten, die ihn vor dem schlimmsten Gemetzel rettete, ist auf dem Weg zuruck an die Front durch das zerstorte Stalingrad gekommen, und er hat im Sommer 1943 erfahren, das fast alle Verwandten vaterlicherseits im besetzten Jessentuki im Nordkaukasus, wo sich die Familie noch in seiner Kindheit angesiedelt hatte, bei Judenvernichtungsaktionen umgekommen waren (S. 318). Vater und Mutter, getrennt in nicht besetzten Gebieten lebend, uberstehen die Kriegszeit jedoch. Ende 1944 ist Gelfand nach einigen Monaten im Hinterland wieder in die vorderste Linie versetzt und dann als Kommandeur eines Granatwerferzuges einer Einheit zugeordnet worden, die zur 5. Stosarmee unter Generaloberst Bersarin und damit zur 1. Belorussischen Front unter Armeegeneral Shukow gehort (S. 321) jenes Armeeverbandes, dem die entscheidenden Schlachten um Berlin zufallen. Als es zu den letzten grosen und opferreichen Kampfen kommt, ist Gelfand, der von Beginn seiner Kriegszeit an personliches Tagebuch gefuhrt und es auch immer verstanden hat, die fertigen Aufzeichnungen in die Heimat zu senden, vom Kommandeur der 301. Division, Oberst Antonow, zur Fuhrung des Divisionstagebuches bestellt (S. 323). Ende April 1945 kommt er in dieser Funktion nach Berlin und wird nach der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai bis zu seiner Demobilisierung im September 1946 als Stabsoffizier zu verschiedenen Aufgaben in Berlin und im Umland der Hauptstadt abkommandiert. Seine Aufgabenfelder wechseln standig. Er wird hin und her geschoben, und zwar auch, weil seine Personalakte, wie er selbst feststellen konnte, schlechte Zeugnisse enthielt (S. 325). Das kommt nun gewis nicht dem Offizier entgegen, der ohnehin schon im Sommer 1945 instandig auf rasche Entlassung gehofft hatte (S. 324), aber dafur um so mehr dem Tagebuch: Denn es gibt diesen personlichen Aufzeichnungen jene Vielfalt und jenen Reiz, die sie zu einer Lekture machen, wie man sie bisher noch nicht finden konnte. 

    Und wie sie freilich auch nicht leicht zu lesen ist. Tagebucher wenn sie denn authentisch und nicht nachgearbeitet sind, und an der Authentizitat kann es hier keinen Zweifel geben sind in sich nicht geschlossen. Sie machen zumal, wenn sie unter so rasch wechselnden Daseinsbedingungen entstehen und dem Schreibenden nicht immer wieder zum Nachschlagen von fruher Notiertem greifbar sind heftige Gedankensprunge und den abrupten Wechsel von Ansichten und Betrachtungsweisen ebenso sichtbar wie die Gleichzeitigkeit unterschiedlichster Gefuhlslagen und Reflexionsebenen. Zumal, wenn es um einen so jungen Mann geht wie Gelfand; und noch zumal, wenn das ganze Jungmannerleben nichts anderes ist als Krieg.


    Wladimir Gelfand war
    wie schon bei den Notizen aus den letzten Kriegswochen deutlich wird ein gebildeter, belesener junger Mann, der seine Beobachtungen mit Reflexion und weitergehenden Uberlegungen zu verkoppeln wuste und zugleich seine Gefuhle direkt und unverstellt beschrieb. Deutschland steht in Flammen, und es stimmt einen irgendwie froh, diesem bosen Schauspiel beizuwohnen. Tod um Tod, Blut um Blut. Mir tun diese Menschenhasser, diese Tiere, nicht leid, notiert er am 28. Januar 1945, und am 30. Januar nach der Einnahme deutscher Ansiedlungen: Die Bewohner sind furchterlich verschreckt. (...) Der Luxus der Einrichtungen ist kaum zu beschreiben, der Reichtum und die Erlesenheit dieser Sachen sind uberwaltigend. Unsere Slawen werden Augen machen! Niemand verbietet uns, den Deutschen das zu nehmen und zu zerstoren, was sie zuvor bei uns geraubt haben. Ich bin uberaus zufrieden. Nur wenige Zeilen weiter erregt er sich uber einen Offizier seiner Einheit, der eine Buste von Schiller zerschlagen hatte und wohl auch Goethe vernichtet (hatte), wenn ich ihn diesem Narren nicht aus den Handen gerissen (...) hatte. Genies konnen nicht mit Barbaren gleichgesetzt werden, und ihr Andenken zu zerstoren ist fur einen zivilisierten Menschen eine grose Sunde und eine Schande(S. 28/29).


    Die unterschiedlichsten Vorgange und Nachdenklichkeiten stehen auf engstem Raum beieinander. Am 16. Februar berichtet er von einem Leutnant aus seiner Umgebung, der sich selbst verstummelt hat:
    (...) seiner Familie wurden alle Vergunstigungen entzogen, und er wurde wie ein Hund erschossen (S. 38). Am 21. Februar ist von Schuften, die in (deutscher) Kriegsgefangenschaft sind, die Rede (S. 40). Am 26. Februar beklagt er ausfuhrlich den Tod des Schriftstellers Alexej Tolstoi – ≫was fur ein schmerzlicher Verlust so kurz vor dem Ende des Krieges (S. 43) und am 13. April in noch groserer Ausfuhrlichkeit den des USA-Prasidenten Roosevelt: Roosevelt ist der Triumph der amerikanischen Demokratie, ihr Masstab und ihr Gesicht. (...) Ewiges Gedenken Roosevelt, jenem auslandischen Staatsmann, den ich am hochsten verehre. Ich neige mein Haupt in tiefster Trauer um diesen Verlust (S. 75). Dazwischen Kampfeindrucke, Notizen zum Vormarsch der Truppen und immer wieder auch Schilderungen von Auseinandersetzungen innerhalb der Einheit, die von jener Unterlegenheit des versuchten Rettens von Schongeistigkeit gegenuber der Roheit des allgemeinen Soldatseins erzahlen, wie sie in diesem oder jenem Ausmas noch fur jede Armee konstituierend ist.


    Breiten Raum nehmen in Wladimir Gelfands Aufzeichnungen Begegnungen mit Frauen ein. Elke Scherstjanoi resumiert treffend, das bei diesen Begegnungen
    offenkundig keine Gewalt im Spiel war(S. 327). Und da sie offenbar ahnt, das die Erwartungen der Leserschaft angesichts der vom Medienhauptstrom forcierten Sucht nach neuen Enthullungen uber das Vorgehen der Roten Armee 1945 bei gleichzeitig weitestgehender Ausblendung der Praktiken der Deutschen bei ihrem Vormarsch und Ruckzug! seit 1941 darauf gerichtet sein konnten, authentische Notizen uber Vergewaltigungen nun auch bei Gelfand zu finden und im Falle des Fehlens solcher Notizen das Tagebuch vielleicht insgesamt in Frage gestellt werden konnte , betont sie: Der Leser mag vielleicht geneigt sein, die Aufzeichnungen fur unvollstandig zu halten oder Zugestandnisse an eine ausere oder innere Zensur vermuten. Doch dafur besteht kein Anlas, die Bekenntnisse sind offen genug. (S. 327). Und in der Tat vermittelt eine nicht exakt datierte Aufzeichnung aus den letzten Apriltagen uber das Zusammentreffen mit einer Gruppe deutscher Frauen mit Bundeln, Packen und Koffern, die dem einigermasen Deutsch verstehenden Gelfand schreckerfullt (...) von dem Leid (erzahlten), das ihnen die Sturmtruppen in der ersten Nacht, als die Rote Armee einruckte, zugefugt hatten (S. 78), unverblumt und eindringlich alles Elend dieser Situation.


    Ansonsten aber schreibt Gelfand, wenn es um Frauen geht
    und zwar um deutsche ebenso wie um Frauen der Roten Armee , ganz von sich selbst, und diese Notizen geben Anlas, von neuem nachzudenken uber das, was man im Ruckblick auf die Kriegsjahre junger Manner und naturlich auch junger Frauen gemeinhin als zerstorte Jugend zu beschreiben pflegt. Hier, in diesen Tagebuchaufzeichnungen, liegt es mit uberraschender Offenheit und einer nicht selten zu Herzen gehenden darstellerischen Unbeholfenheit zutage: das Unvermogen, unter den Verhaltnissen von alltaglichem Erleben von Tod und Gewalt und einem fundamentalen Auseinandergerissensein der Geschlechter ein achtungsvolles, gleichberechtigtes, von Liebe getragenes Begehren zu entwickeln und in ihm Erfullung zu finden. Die Madchen, notiert der junge Offizier am 28. Mai 1945, haben wieder Gefallen an mir gefunden, und ich mehr noch an ihnen (S. 87). In der Folge kommt es zu zahlreichen sexuellen Beziehungen, deren Schilderung (z. B. S. 95-97, 145, 157, 185, 192) unter anderem auch deshalb aufschlusreich ist, weil solche Geschichten  zwischen deutschen Frauen und Besatzungssoldaten in der Erinnerung vieler nur im Westen stattgefunden zu haben scheinen. Dazwischen Satze wie diese vom Juni 1945: Bei uns in der Armee gibt es kein einziges anstandiges Madchen, sie alle sind verdorbene und liederliche Kreaturen. Sie mogen es nicht, wenn ich sie hoflich und aufmerksam behandele, sie brauchen eher das Tierivon sche und so wenig wie moglich Menschliches (S. 99). Und in der Beurteilung des eigenen Handelns im Oktober 1945 uber eine Liebe in Velten: Ich hatte mir mehr erhofft, wollte sie jedoch nicht drangen. Ihre Mutter ist mit mir zufrieden. Ware ja auch noch schoner! Schlieslich hatte ich auf dem Altar fur vertrauensvolle und wohlwollende Beziehungen Lebensmittel, Susigkeiten und Butter, Wurst und teure deutsche Zigaretten niedergelegt. Bereits die Halfte ware genug, um mit Fug und Recht mit der Tochter vor den Augen der Mutter alles Erdenkliche anzustellen, und die wurde nichts dagegen sagen (S. 157).


    Letzteres ist eine der Stellen, an denen Schwarmerei, Unsicherheit und gleichzeitige Anbetung der Frauen sich mit unerfullten Phantasien verknupfen, wie es das eben in Tagebuchern auch zu geben pflegt. Immer dann namlich, wenn Gelfand von tatsachlich Erlebtem erzahlt, geht es keineswegs um
    alles Erdenkliche, und schon gar nicht vor den Augen der Mutter, sondern einfach nur um Sehnsucht und Zartlichkeit und Schranken ihrer Erfullung. 


    An einer anderen Stelle des Tagebuches spielt die Aufzeichnung sexueller Phantasien allerdings eine sehr verderbliche Rolle. Am 20. Marz 1945 schildert Gelfand den Kampf einer sowjetischen Einheit mit einem deutschen
    Frauenbataillon und die Methoden, mit denen nach dessen Zerschlagung die Schutzen zugig abrechneten(S. 60-62). Leider erfahrt man erst im Nachwort von Elke Scherstjanoi, das es keinen Anhaltspunkt dafur (gibt), das irgendwann im Krieg einmal ein deutsches Frauenbataillon zum Einsatz kam(S. 337), und auch daruber, das Gelfand in spater gedruckten Sammelbanden von Kriegserinnerungen das Thema Frauenbataillonals eigenes Erleben noch einmal aufnahm, obwohl es ihm doch nur von anderen zugetragen worden war, und sich damit zum offentlichen Bewahrer einer offensichtlichen Falschinformation machte. Die im Tagebuch phantasierten Gewaltakte, in denen gleichwohl die grausigsten Erlebnisberichte geschandeter weiblicher Zivilisten und Gefangener aufscheinen (Scherstjanoi), hatte er nun allerdings weggelassen (S. 337/338). Angesichts der Brisanz dieses Themas ware es wunschenswert gewesen, diese unerlaslichen Anmerkungen bereits als Fusnote im Tagebuch selbst zu finden und nicht erst im Nachwort, auf das im ubrigen auch keine Anmerkungsziffer im Tagebuchtext verweist. So folgt die Aufklarung erst ganz am Ende des Buches.


    Uberhaupt ist es wenig hilfreich, das man auch bei Namen und Vorgangen, die mit Anmerkungsziffern versehen sind, erst zum Anmerkungsteil vordringen mus. Dem historisch Versierten ist naturlich bei der bewundernden Nennung des Namens Wyschinski (S. 226) oder der kritischen Auseinandersetzung mit Churchill (S. 238) aller Zusammenhang klar
    aber fur denjenigen, der auf erklarende Information angewiesen ist, erschwert das Suchen der Ziffern am Buchende das Verstandnis unnotig. 


    Das aber andert nichts am grosen Wert des Buches, das neben den Tagebuchaufzeichnungen auch zahlreiche Briefe von Wladimir Gelfand enthalt, alles in allem eine Fulle von Eindrucken aus dem Alltag der deutschen Nachkriegsgesellschaft vermittelt und fur dessen Zustandekommen neben Elke Scherstjanoi auch Anja Lutter und Hartmut Schroder, die die Ubersetzung aus dem Russischen besorgten, zu danken ist. Freilich ist am Ende auch dieses klar: Auch das vorliegende Buch kann wieder nur ein kleiner Baustein sein zu einem besseren Verstandnis der Geschichte. Weder bringt es dem schon lange mit den Dingen Befasten
    nun endlich die ganze Wahrheit , noch gar vermag es dem neugierig Gewordenen Geschichtsbucher zu ersetzen. Uber das Verhaltnis der Russen zu den Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges, schreibt Elke Scherstjanoi zum Schlus, wird also weiter nachzudenken sein(S. 339)
    zumal der Jude Wladimir Gelfand nun eben tatsachlich aus der Ukraine stammte und im wahrsten Sinne des Wortes sowjetischer Soldat gewesen ist.

     

    © UTOPIEkreativ















  •     Dr. Elke Scherstjanoi "Ein Rotarmist in Deutschland"
  •     Stern  "Von Siegern und Besiegten"
  •     Märkische Allgemeine  "Hinter den Kulissen"
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  •     Berliner Zeitung  "Besatzer, Schöngeist, Nervensäge, Liebhaber"
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  •     Die Zeit  "Wodka, Schlendrian, Gewalt"
  •     Jüdische Allgemeine  "Aufzeichnungen im Feindesland"
  •     Mitteldeutsche Zeitung  "Ein rotes Herz in Uniform"
  •     Unveröffentlichte Kritik  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten vom Umgang mit den Deutschen"
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  •     Das Buch von Gregor Thum "Traumland Osten. Deutsche Bilder vom östlichen Europa im 20. Jahrhundert"
  •     Flensborg Avis  "Set med en russisk officers øjne"
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  •     Lübecker Nachrichten  "Das Kriegsende aus Sicht eines Rotarmisten"
  •     Lausitzer Rundschau  "Ich werde es erzählen"
  •     Leipzigs-Neue  "Rotarmisten und Deutsche"
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  •     NDR  "Bücher Journal"
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  •     Berliner Zeitung  "Die Deutschen tragen alle weisse Armbinden"
  •     MDR  "Deutschland-Tagebuch eines Rotarmisten"
  •     Jüdisches Berlin  "Das Unvergessliche ist geschehen" / "Личные воспоминания"
  •     Süddeutsche Zeitung  "So dachten die Sieger"
  •     Financial Times Deutschland  "Aufzeichnungen aus den Kellerlöchern"
  •     Badisches Tagblatt  "Ehrliches Interesse oder narzisstische Selbstschau?"
  •     Freie Presse  "Ein Rotarmist in Berlin"
  •     Nordkurier/Usedom Kurier  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten ungefiltert"
  •     Nordkurier  "Tagebuch, Briefe und Erinnerungen"
  •     Ostthüringer Zeitung  "An den Rand geschrieben"
  •     Potsdamer Neueste Nachrichten  "Hier gibt es Mädchen"
  •     NDR Info. Forum Zeitgeschichte "Features und Hintergründe"
  •     Deutschlandradio Kultur  "Politische Literatur. Lasse mir eine Dauerwelle machen"
  •     Konkret "Watching the krauts. Emigranten und internationale Beobachter schildern ihre Eindrücke aus Nachkriegsdeutschland"
  •     Dagens Nyheter  "Det oaendliga kriget"
  •     Utopie-kreativ  "Des jungen Leutnants Deutschland - Tagebuch"
  •     Neues Deutschland  "Berlin, Stunde Null"
  •     Webwecker-bielefeld  "Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Südkurier  "Späte Entschädigung"
  •     Online Rezension  "Das kriegsende aus der Sicht eines Soldaten der Roten Armee"
  •     Saarbrücker Zeitung  "Erstmals: Das Tagebuch eines Rotarmisten"
  •     Neue Osnabrücker Zeitung  "Weder Brutalbesatzer noch ein Held"
  •     Thüringische Landeszeitung  "Vom Alltag im Land der Besiegten"
  •     Das Argument  "Wladimir Gelfand: Deutschland-Tagebuch 1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     Deutschland Archiv: Zeitschrift für das vereinigte Deutschland "Betrachtungen eines Aussenseiters"
  •     Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte  "Von Siegern und Besiegten"
  •     Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst. Rezensionen
  •     Online Rezensionen. Die Literaturdatenbank
  •     Literaturkritik  "Ein siegreicher Rotarmist"
  •     RBB Kulturradio  "Ein Rotarmist in Berlin"
  •     Українська правда  "Нульовий варiант" для ветеранiв вiйни / Комсомольская правда "Нулевой вариант" для ветеранов войны"
  •     Dagens Nyheter.  "Vladimir Gelfand. Tysk dagbok 1945-46"
  •     Ersatz  "Tysk dagbok 1945-46 av Vladimir Gelfand"
  •     Borås Tidning  "Vittnesmåil från krigets inferno"
  •     Sundsvall (ST)  "Solkig skildring av sovjetisk soldat frеn det besegrade Berlin"
  •     Helsingborgs Dagblad  "Krigsdagbok av privat natur"
  •     2006 Bradfor  "Conference on Contemporary German Literature"
  •     Spring-2005/2006 Foreign Rights, German Diary 1945-1946
  •     Flamman  "Dagbok kastar tvivel över våldtäktsmyten"
  •     Expressen  "Kamratliga kramar"
  •     Expressen Kultur  "Under våldets täckmantel"
  •     Lo Tidningen  "Krigets vardag i röda armén"
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  •     Norrköpings Tidningar  "En blick från andra sidan"
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  •     Expressen Kultur  "Det totalitära arvet"
  •     Allehanda  "Rysk soldatdagbok om den grymma slutstriden"
  •     Ryska Posten  "Till försvar för fakta och anständighet"
  •     Hugin & Munin  "En rödarmist i Tyskland"
  •     Theater "Das deutsch-russische Soldatenwörtebuch" / Театр  "Русско-немецкий солдатский разговорник"
  •     SWR2 Radio "Journal am Mittag"
  •     Berliner Zeitung  "Dem Krieg den Krieg erklären"
  •     Die Tageszeitung  "Mach's noch einmal, Iwan!"
  •     The book of Paul Steege: "Black Market, Cold War: Everyday Life in Berlin, 1946-1949"
  •     Телеканал РТР "Культура"  "Русско-немецкий солдатский разговорник"
  •     Аргументы и факты  "Есть ли правда у войны?"
  •     RT "Russian-German soldier's phrase-book on stage in Moscow"
  •     Утро.ru  "Контурная карта великой войны"
  •     Телеканал РТР "Культура":  "Широкий формат с Ириной Лесовой"
  •     Museum Berlin-Karlshorst  "Das Haus in Karlshorst. Geschichte am Ort der Kapitulation"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Rote Fahnen über Potsdam 1933 - 1989: Lebenswege und Tagebücher"
  •     Das Buch von Bernd Vogenbeck, Juliane Tomann, Magda Abraham-Diefenbach: "Terra Transoderana: Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska"
  •     Das Buch von Sven Reichardt & Malte Zierenberg: "Damals nach dem Krieg Eine Geschichte Deutschlands - 1945 bis 1949" 
  •     Lothar Gall & Barbara Blessing: "Historische Zeitschrift Register zu Band 276 (2003) bis 285 (2007)"
  •     Kollektives Gedächtnis "Erinnerungen an meine Cousine Dora aus Königsberg"
  •     Das Buch von Ingeborg Jacobs: "Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945"
  •     Закон i Бiзнес "Двічі по двісті - суд честі"
  •     Радио Свобода "Красная армия. Встреча с Европой"
  •     DEP "Stupri sovietici in Germania (1944-45)"
  •     Explorations in Russian and Eurasian History "The Intelligentsia Meets the Enemy: Educated Soviet Officers in Defeated Germany, 1945"
  •     DAMALS "Deutschland-Tagebuch 1945-1946"
  •     Das Buch von Pauline de Bok: "Blankow oder Das Verlangen nach Heimat"  
  •     Das Buch von Ingo von Münch: "Frau, komm!": die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Schwarzmondnacht: Authentische Tagebücher berichten (1933-1953). Nazidiktatur - Sowjetische Besatzerwillkür
  •     История государства "Миф о миллионах изнасилованных немок"
  •     Das Buch Alexander Häusser, Gordian Maugg: "Hungerwinter: Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47"
  •     Heinz Schilling: "Jahresberichte für deutsche Geschichte: Neue Folge. 60. Jahrgang 2008"
  •     Jan M. Piskorski "WYGNAŃCY: Migracje przymusowe i uchodźcy w dwudziestowiecznej Europie"
  •     Deutschlandradio "Heimat ist dort, wo kein Hass ist"
  •     Journal of Cold War Studies "Wladimir Gelfand, Deutschland-Tagebuch 1945–1946: Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне. Солдатские дневники"
  •     Частный Корреспондент "Победа благодаря и вопреки"
  •     Перспективы "Сексуальное насилие в годы Второй мировой войны: память, дискурс, орудие политики"
  •     Радиостанция Эхо Москвы & RTVi "Не так" с Олегом Будницким: Великая Отечественная - солдатские дневники"
  •     Books Llc "Person im Zweiten Weltkrieg /Sowjetunion/ Georgi Konstantinowitsch Schukow, Wladimir Gelfand, Pawel Alexejewitsch Rotmistrow"
  •     Das Buch von Jan Musekamp: "Zwischen Stettin und Szczecin - Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005"
  •     Encyclopedia of safety "Ladies liberated Europe in the eyes of Russian soldiers and officers (1944-1945 gg.)"
  •     Азовские греки "Павел Тасиц"
  •     Вестник РГГУ "Болезненная тема второй мировой войны: сексуальное насилие по обе стороны фронта"
  •     Das Buch von Jürgen W. Schmidt: "Als die Heimat zur Fremde wurde"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне: от советского к еврейскому?"
  •     Gedenkstätte/ Museum Seelower Höhen "Die Schlacht"
  •     The book of Frederick Taylor "Exorcising Hitler: The Occupation and Denazification of Germany"
  •     Огонёк "10 дневников одной войны"
  •     The book of Michael Jones "Total War: From Stalingrad to Berlin"
  •     Das Buch von Frederick Taylor "Zwischen Krieg und Frieden: Die Besetzung und Entnazifizierung Deutschlands 1944-1946"
  •     WordPress.com "Wie sind wir Westler alt und überklug - und sind jetzt doch Schmutz unter ihren Stiefeln"
  •     Олег Будницкий: "Архив еврейской истории" Том 6. "Дневники"
  •     Åke Sandin "Är krigets våldtäkter en myt?"
  •     Michael Jones: "El trasfondo humano de la guerra: con el ejército soviético de Stalingrado a Berlín"
  •     Das Buch von Jörg Baberowski: "Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt"
  •     Zeitschrift fur Geschichtswissenschaft "Gewalt im Militar. Die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg"
  •     Ersatz-[E-bok] "Tysk dagbok 1945-46"
  •     The book of Michael David-Fox, Peter Holquist, Alexander M. Martin: "Fascination and Enmity: Russia and Germany as Entangled Histories, 1914-1945"
  •     Елена Сенявская "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат и офицеров (1944-1945 гг.)"
  •     The book of Raphaelle Branche, Fabrice Virgili: "Rape in Wartime (Genders and Sexualities in History)"
  •     БезФорматаРу "Хоть бы скорей газетку прочесть"
  •     Все лечится "10 миллионов изнасилованных немок"
  •     Симха "Еврейский Марк Твен. Так называли Шолома Рабиновича, известного как Шолом-Алейхем"
  •     Annales: Nathalie Moine "La perte, le don, le butin. Civilisation stalinienne, aide étrangère et biens trophées dans l’Union soviétique des années 1940"
  •     Das Buch von Beata Halicka "Polens Wilder Westen. Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945 - 1948"
  •     Das Buch von Jan M. Piskorski "Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhundert"
  •     Уроки истории. ХХ век. Гефтер. "Антисемитизм в СССР во время Второй мировой войны в контексте холокоста"
  •     Ella Janatovsky "The Crystallization of National Identity in Times of War: The Experience of a Soviet Jewish Soldier"
  •     Всеукраинский еженедельник Украина-Центр "Рукописи не горят"
  •     Bücher / CD-s / E-Book von Niclas Sennerteg "Nionde arméns undergång: Kampen om Berlin 1945"
  •     Das Buch von Michaela Kipp: "Großreinemachen im Osten: Feindbilder in deutschen Feldpostbriefen im Zweiten Weltkrieg"
  •     Петербургская газета "Женщины на службе в Третьем Рейхе"
  •     Володимир Поліщук "Зроблено в Єлисаветграді"
  •     Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst. Katalog zur Dauerausstellung / Каталог постоянной экспозиции
  •     Clarissa Schnabel "The life and times of Marta Dietschy-Hillers"
  •     Еврейский музей и центр толерантности. Группа по работе с архивными документами 
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Bok / eBok: Anders Bergman & Emelie Perland "365 dagar: Utdrag ur kända och okända dagböcker"
  •     РИА Новости "Освободители Германии"
  •     Das Buch von Jan M. Piskorski  "Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhundert"
  •     Das Buch von Miriam Gebhardt "Als die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs"
  •     Petra Tabarelli "Vladimir Gelfand"
  •     Das Buch von Martin Stein "Die sowjetische Kriegspropaganda 1941 - 1945 in Ego-Dokumenten"
  •     The German Quarterly "Philomela’s Legacy: Rape, the Second World War, and the Ethics of Reading"
  •     Deutsches Historisches Museum "1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang. Zwölf Länder Europas nach dem Zweiten Weltkrieg"
  •     День за днем "Дневник лейтенанта Гельфанда"
  •     BBC News "The rape of Berlin" / BBC Mundo / BBC O`zbek  / BBC Brasil / BBC فارْسِى "تجاوز در برلین"
  •     Echo24.cz "Z deníku rudoarmějce: Probodneme je skrz genitálie"
  •     The Telegraph "The truth behind The Rape of Berlin"
  •     BBC World Service "The Rape of Berlin"
  •     ParlamentniListy.cz "Mrzačení, znásilňování, to všechno jsme dělali. Český server připomíná drsné paměti sovětského vojáka"
  •     WordPress.com "Termina a Batalha de Berlim"
  •     Dnevnik.hr "Podignula je suknju i kazala mi: 'Spavaj sa mnom. Čini što želiš! Ali samo ti"                  
  •     ilPOST "Gli stupri in Germania, 70 anni fa"
  •     上 海东方报业有限公司 70年前苏军强奸了十万柏林妇女?很多人仍在寻找真相
  •     연합뉴스 "BBC: 러시아군, 2차대전때 독일에서 대규모 강간"
  •     Telegraf "SPOMENIK RUSKOM SILOVATELJU: Nemci bi da preimenuju istorijsko zdanje u Berlinu?"
  •    Múlt-kor "A berlini asszonyok küzdelme a szovjet erőszaktevők ellen"
  •     Noticiasbit.com "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Museumsportal Berlin "Landsberger Allee 563, 21. April 1945"
  •     Caldeirão Político "70 anos após fim da guerra, estupro coletivo de alemãs ainda é episódio pouco conhecido"
  •     Nuestras Charlas Nocturnas "70 aniversario del fin de la II Guerra Mundial: del horror nazi al terror rojo en Alemania"
  •     W Radio "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     La Tercera "BBC: El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Noticias de Paraguay "El drama de las alemanas violadas por tropas soviéticas hacia el final de la Segunda Guerra Mundial"
  •     Cnn Hit New "The drama hidden mass rape during the fall of Berlin"
  •     Dân Luận "Trần Lê - Hồng quân, nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin 1945"
  •     Český rozhlas "Temná stránka sovětského vítězství: znásilňování Němek"
  •     Historia "Cerita Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     G'Le Monde "Nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945 mang tên Hồng Quân"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Красная армия в Европе"
  •     Der Freitag "Eine Schnappschussidee"
  •     باز آفريني واقعيت ها  "تجاوز در برلین"
  •     Quadriculado "O Fim da Guerra e o início do Pesadelo. Duas narrativas sobre o inferno"    
  •     Majano Gossip "PER NON DIMENTICARE…….. LE PORCHERIE COMUNISTE !!!!!"
  •     Русская Германия "Я прижал бедную маму к своему сердцу и долго утешал"
  •     The book of Nicholas Stargardt "The German War: A Nation Under Arms, 1939–45"
  •     Das Buch "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     BBC Русская служба "Изнасилование Берлина: неизвестная история войны" / BBC Україна "Зґвалтування Берліна: невідома історія війни"
  •     Гефтер. "Олег Будницкий: «Дневник, приятель дорогой!» Военный дневник Владимира Гельфанда"
  •     Гефтер "Владимир Гельфанд. Дневник 1942 года"
  •     BBC Tiếng Việt "Lính Liên Xô 'hãm hiếp phụ nữ Đức'"
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Дневники лейтенанта Гельфанда"
  •     Renato Furtado "Soviéticos estupraram 2 milhões de mulheres alemãs, durante a Guerra Mundial"
  •     Вера Дубина "«Обыкновенная история» Второй мировой войны: дискурсы сексуального насилия над женщинами оккупированных территорий"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Презентация книги Владимира Гельфанда «Дневник 1941-1946»"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Атака"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Бой"
  •     
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Победа"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. Эпилог
  •     Труд "Покорность и отвага: кто кого?"
  •     Издательский Дом «Новый Взгляд» "Выставка подвига"
  •     Katalog NT "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне " - собрание уникальных документов"
  •     Вести "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне" - собрание уникальных документов"
  •     Радио Свобода "Бесценный графоман"
  •     Вечерняя Москва "Еще раз о войне"
  •     РИА Новости "Выставка про евреев во время ВОВ открывается в Еврейском музее"
  •     Телеканал «Культура» "Евреи в Великой Отечественной войне" проходит в Москве"
  •     Россия HD "Вести в 20.00"
  •     GORSKIE "В Москве открылась выставка "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Aгентство еврейских новостей "Евреи – герои войны"
  •     STMEGI TV "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Национальный исследовательский университет Высшая школа экономики "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Независимая газета "Война Абрама"
  •     Revista de Historia "El lado oscuro de la victoria aliada en la Segunda Guerra Mundial"
  •     Лехаим "Война Абрама"
  •     Libertad USA "El drama de las alemanas: violadas por tropas soviéticas en 1945 y violadas por inmigrantes musulmanes en 2016"
  •     НГ Ex Libris "Пять книг недели"
  •     Брестский Курьер "Фамильное древо Бреста. На перекрестках тех дорог…"
  •     Полит.Ру "ProScience: Олег Будницкий о народной истории войны"
  •     Олена Проскура "Запiзнiла сповiдь"
  •     Полит.Ру "ProScience: Возможна ли научная история Великой Отечественной войны?"
  •     Das Buch "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     Ahlul Bait Nabi Saw "Kisah Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     北京北晚新视觉传媒有限公司 "70年前苏军强奸了十万柏林妇女?"
  •     Преподавание истории в школе "«О том, что происходило…» Дневник Владимира Гельфанда"
  •     Вестник НГПУ "О «НЕУБЕДИТЕЛЬНЕЙШЕЙ» ИЗ ПОМЕТ: (Высокая лексика в толковых словарях русского языка XX-XXI вв.)"
  •     Archäologisches Landesmuseum Brandenburg "Zwischen Krieg und Frieden" / "Между войной и миром"
  •     Российская газета "Там, где кончается война"
  •     Народный Корреспондент "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат: правда про "2 миллиона изнасилованых немок"
  •     Fiona "Военные изнасилования — преступления против жизни и личности"
  •     军情观察室 "苏军攻克柏林后暴行妇女遭殃,战争中的强奸现象为什么频发?"
  •     Независимая газета "Дневник минометчика"
  •     Независимая газета "ИСПОДЛОБЬЯ: Кризис концепции"
  •     Olhar Atual "A Esquerda a história e o estupro"
  •     The book of Stefan-Ludwig Hoffmann, Sandrine Kott, Peter Romijn, Olivier Wieviorka "Seeking Peace in the Wake of War: Europe, 1943-1947"
  •     Steemit "Berlin Rape: The Hidden History of War"
  •     Estudo Prático "Crimes de estupro na Segunda Guerra Mundial e dentro do exército americano"
  •     Громадське радіо "Насильство над жінками під час бойових дій — табу для України"
  •     InfoRadio RBB "Geschichte in den Wäldern Brandenburgs"
  •     Hans-Jürgen Beier gewidmet "Lehren – Sammeln – Publizieren"
  •     Русский вестник "Искажение истории: «Изнасилованная Германия»"
  •     Vix "Estupro de guerra: o que acontece com mulheres em zonas de conflito, como Aleppo?"
  •     El Nuevo Accion "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     Periodismo Libre "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     DE Y.OBIDIN "Какими видели европейских женщин советские солдаты и офицеры (1944-1945 годы)?"
  •     NewConcepts Society "Можно ли ставить знак равенства между зверствами гитлеровцев и зверствами советских солдат?"
  •     搜狐 "二战时期欧洲,战胜国对战败国的妇女是怎么处理的"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Начало войны. Личные источники"
  •     Журнал "Огонёк" "Эго прошедшей войны"
  •     Уроки истории. XX век "Книжный дайджест «Уроков истории»: советский антисемитизм"
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