RBB Kulturradio "Ein Rotarmist in Berlin"

       


 

 

 

KULTURTERMIN
Montag bis Sonntag, 
Sendedatum: 19.04 bis 19.30 Uhr / 04. März 2006
 
 
 

Ein Rotarmist in Berlin

 

 

 

Aus dem Tagebuch eines Besatzungssoldaten
Eine Sendung von Doris Netenjakob

 


Spielt ein Lied.

Lied: Добрый вечер пане, дамы господа…  (auf Russisch)

Moderator: 16. Februar 1945. Es heißt es gibt ein Frankfurt an der Oder und eins am Main. Und es gibt Läuse. Unglaublich wie viele es geworden sind seit ich in Deutschland bin. Weder in Polen, oder Bessarabien oder bei uns in Russland hatte ich so viele. Jetzt ist es dermaßen viele, dass sie mein Körper bevölkern, wie Ferkel ein deutscher Hof. Es gibt kleine und große, richtige Prachtexemplare. Einzeln und in Kolonnen. Die fressen mich noch auf. Es ist völlig unerträglich die auf dem Körper zu haben. Sie sind für mich eine härtere Probe, als die Kämpfe.  ... божиий сын (spielt Musik auf Russisch)

Moderatorin: Tagebuchaufzeichnung von Vladimir Gelfand aus Dnepropetrowsk, 21 Jahre alt, Leutnant der roten Armee und angeheder Schriftsteller. In drei Monaten wird er in Berlin einmarschieren. Schon in der Schule interessierte sich Gelfand, der aus einer jüdischen Familie stammt, für Literatur, schrieb Gedichte, machte Wandzeitungen und veranstaltete Rezitationsabende. Er wollte später ein Mal Autor und Dichter werden. Während des Krieges und auch als Besatzungssoldat in Berlin von 1945 bis Herbst 46 schrieb er ständig Tagebuch. Nach Gelfands Tod erkannte sein Sohn, Vitaly Gelfand, heute 43 Jahre alt, den Wert der Aufzeichnungen des Vaters. Er erzählt:

Vitaly Gelfand: (Когда отец умер, у него осталось очень много бумаг, в том числе эти дневники. (auf Russisch) Als mein Vater gestorben war, hatte er ganz viele Aufzeichnungen hinterlassen, und darunter waren auch Tagebücher. Ich habe sie gelesen und habe gemerkt, dass das Material eine wichtige Bedeutung hat. Das war 1984. Ich habe mich damals entschlossen die Tagebücher zu veröffentlichen. Ich habe mir eine Schreibmaschine besorgt und habe angefangen die Aufzeichnungen abzuschreiben. Eine Seite pro Tage habe ich geschafft. Mit einem Finger. Dann bin ich nach Deutschland übergesiedelt, habe mir ein Computer gekauft und alles da reingeschrieben. Diese Arbeit in Deutschland hat ungefähr fünf Jahre gedauert. (Приблизительно лет пять я все переписывал в компьютер здесь в Германии (auf Russisch)

Moderatorin: Mit einer liebevollen Regelmäßigkeit schrieb der sensible Gelfand alles, was ihn interessierte, bewegte oder empörte in sein Tagebuch. Der 22.Jähriger sowjetischer Stabsoffizier und junger Schriftsteller wird nach dem Krieg in und um Berlin eingesetzt. Er ist enorm wissbegierig und lebenshungrig, und möchte Berlin und das Land, gegen das er mit Überzeugung und Empörung gekämpft hat, aus persönlicher Perspektive kennenlernen. Er entfernt sich unerlaubt von der Truppe, kümmert sich nicht darum, dass es verboten ist, mit den Deutschen Kontakt zu haben. Er lernt Fahrradfahren, das Fotografieren ist ihm wichtig und er lernt sogar die deutsche Sprache. Oft geht er stundenlang durch die Stadt und beobachtet neugierig und zugleich misstrauisch die Vorgänge in zerstörtem und hungerndem Berlin.

Moderator: Wedding. Fürchterliche Häuserskelette. Die Straßen sind noch nicht überall vom Schutt geräumt.  Es ist denn überhaupt vorstellbar, dass sie so rasch geräumt werden? Die völlig zerstörten Häuser werden abgerissen und bis auf den Grund weggeräumt. Es gibt da noch hässligeres Bild: einzelne Häuser ragen in Mitten der Leere riesenhaft auf, wie ungebetene Gäste. Trostlos, aber verdient.

Ein Uhr nachts. Auf der Rückfahrt vom Berlin nach Velten fragt mich im Zug ein mir  gegenübersitzender Deutscher ganz unvermittelt und ernsthaft: wird Deutschland wieder groß und stark werden? Schlussfolgerung spare ich mir, denn die Frage an sich so zynisch, dass eine Antwort oder ein Kommentar nichts bringt. 

Moderatorin: Die mangelnde Einsicht der meisten Deutschen in das, was sie eingerichtet haben, erschüttert Wladimir Gelfand. Er meint, ihre Elend haben die sich selbst zu zuschreiben. Der junge genussfreudige Wladimir will nach den schrecklichen Kriegserfahrungen vor allem leben, leben so gut es nur geht. Und dazu findet er als privilegierter Besatzungsoffizier Mittel und Wege.

Moderator: Als ich an Alexanderplatz ankam, wurde bereits dunkel. Der schwarze Markt, wie Deutsche ihn nennen, hatte sich noch nicht gelichtet. Die Luft war erfüllt von den durchdringenden Pfiffen der deutschen Polizisten, den Rufen der herumrennenden Leute, dem drohenden englischen und amerikanischen Autos. Die Deutschen fanden jetzt kein Absatz für ihre Waren und verkauften billig. Ich blieb auf dem Platz, selbst wenn die U-Bahn nicht mehr fuhr und der dunkle Herbsthimmel schon voller Sterne stand. Ich kaufte für 250 Mark ein Elektrogerät zum Rasieren. Und da stand voll billig zwei Paar Damenschuhe für 100 und 200 Mark. Die werde ich Mama schicken. Noch ein Paar Kleider habe ich günstig mitgenommen.

Moderatorin: Als sowjetischer Offizier hat Wladimir Gelfand hinreichen Zugang zu Nahrungsmitteln, damals eine Kostbarkeit, gegen die sich alles eintauschen lässt oder für die man viel Geld bekommen kann. In seinem Tagebuch ist zu lesen, wie er mit größtem Vergnügen sich Hüte, Anzüge, einen Trenchcoat Handschuhe, eine Sonnenbrille, ein Fotoapparat und sogar ein Zylinder gekauft habe. Er versorgte auch seine Mutter, die ihn liebevoll „Wowa“ nennt, mit Post und Paketen. Sie lebte getrennt vom Vater im zerstörten Dnipropetrowsk in ärmlichen Verhältnissen. Die Sehnsucht des Söhnchens nach der Heimat mildert sie mit regelmäßigen Briefen, die allerdings nicht alle ankommen.

Musik

Mutter: „Mein lieber Wowotschka, gestern, als ich nach Hause kam, fand ich dein Foto und die zwei vergrößerten Bilder von mir vor. Vielen Dank dafür, mein Herz. Wie aufmerksam und fürsorglich von dir. Ich bin sehr stolz auf dich und stelle dich allen als Beispiel hin. In Allem spürt man wie du mir Freude bereiten willst und wie du dich um mich sorgst. Aber immer noch schreibst du über dich. Ich interessiere mich doch für dein ganzes Leben. Sage mir, mein Schatz, hast du wenigstens Aufsicht auf Urlaub? Zumindest für die Oktoberfeiertage? Du nimmst mir, hoffentlich, nicht übel, dass ich in den letzten Briefen bei dir verschiedene Bestellungen aufgegeben habe. Den Rundfunkempfänger, den Stromzähler, die Uhr und den Schirm. Und heute bitte ich dich um Gummiband, einmal für Stromfalter und noch schmaleres, für Gamaschenhosen. Ich umarme dich ganz fest und küsse dich, mein Liebling. Bleib gesund und stark. Deine Mama.“

Moderatorin: Ein großes Problem für den empfindlichen Wladimir Gelfand sind die ständigen Rohheiten in der Armee. Er war zwar freiwillig in den Großen Vaterländischen Krieg gezogen, um seinem überfallenen Vaterland zu helfen, aber er verabscheute Barbarei, sinnloses Töten und Vergewaltigung. Das oft brutale und bedrohliche Verhalten seiner militärischen Vorgesetzten und die für ihn kaum erträglichen Bosheiten in seiner Kompanie machten ihn zornig und traurig. Er fürchtet sie nicht nur, weil er weichherzig und harmoniebedürftig ist, sondern als individualistischer Einzelgänger und auch als Jude, hat er Grund genug sich nicht unnötig mit den andreren anzulegen.

Moderator: Der sinnlose Radau vom Hauptmann Schikin und insbesondere Karpenko gefällt mir nicht. Gestern, zum Beispiel, hat Rybkin eine Büste vom Schiller zerschlagen und hätte wohl Goethe vernichtet, wenn ich ihn diesen Narren aus den Händen gerissen, mit Lappen umwickelt und weggepackt hätte. Genies können nicht Barbaren gleichgesetzt werden. Und die Andenken zu zerstören ist von einem zivilisierten Menschen eine große Süde und eine Schande. Karpenko ist ein Idiot in wahrstem Sinne des Wortes. Er scheint sich wohl heute wie auch jeden Tag bis zu Besinnungslos zu besaufen und schießt, wenn er betrunken ist, mit jeder Waffe, die ihm gerade unter die Finger kommt. Er wirft uns mit allen, was er greifen kann. Ich bekomme dabei das Meiste ab. 8.22

Moderatorin: Wladimir Gelfand ist 22 Jahre alt und die Liebe und die Mädchen beschäftigen ihn sehr. Er ist noch unerfahren, und hat es deshalb nicht leicht im Umgang mit den Mädchen. Er war dazu erzogen die Frauen zu achten und Wladimir ist empfindsam. Nie ist er grob oder brutal. Allerdings zögerlich, wählerisch und skeptisch. Und er ist auf ständigen und vergeblichen Suche nach Liebe und Geborgenheit.

Moderator: Ein, in jeder Hinsicht passendes Mädchen, habe ich bislang nicht gefunden. Die Mädchen hier sind entweder zart oder kühl, oder leidenschaftlich aber launisch. Andere wiederrum sind hässlich, weil sie keine Figur haben. Die russischen Mädchen aber sind stolz und in allen Feinheiten eines Gesprächs sehr feinfühlig.

Lied: Kalinka, kalinka, kalinka moja.

23. November 1945. Ich kam zurück. Sie lag in derselben Haltung, in der ich sie verlassen hatte. Flüsternd und voll Angst, dass jemandem stören konnte, aßen wir ein wenig. Ich zog mich beim Licht meiner Taschenlampe aus. Sie hatte gebeten das Licht nicht anzumachen. Sie sprach mit abschaffendem Juden, erklärte mir die Rassentheorie, quasselte von weißem, rotem und blauem Blut. Das ärgerte mich. Alles in mir rebelliert und empörte sich gegen die Ignoranz dieses und anderen deutschen jungen Mädchen. Ich zögerte nicht ihr das auch zu sagen. Ich versuchte sogar sie davon zu überzeugen, dass das Blut bei allen Menschen, ganz egal wo sie sich befinden, gleichermaßen rot und warm sei. Und dass die Märchen von angeblich edlem arischem Blut nichts als ein Hirngespinst und purer Obskurantismus stümperhafter faschistischer Theoretiker vom Schlage Rosenberg sei. Aber sie konnte das nicht verstehen. Ich beschloss ihr das Gegenteil zu beweisen. Nach dem, was meiner Vorstellung nach unbedingt passieren musste. Ich zog mich bis auf die Unterwäsche aus und legte mich hin. Sie legte sich daneben. Angezogen und mit Schuhen. Und war doch nichts in der Welt sie dazu zu bringen meinem Beispiel zu folgen.

Sei gegrüßt, mein lieber Papa, dein lang erwarteter Brief mit Fotos ist angekommen, ich danke dir sehr. Ich komme gerade vom Zug, von einer Dienstreise. Ich bin oft weg, so dass ich die Briefe nicht immer gleich lesen und erst recht nicht beantworten kann. Die von dir berührte Frage ist grausam wegen der Ungerechtigkeit der damit zusammenhängenden Erscheinungen. Du sprichst von Beleidigungen und Streitereien, von den Kränkungen und Leiden, die wir unverschuldet ertragen müssen. Da wir nun mal Juden sind. Und darin stimme ich mich mit dir überein. Wie viel Strapazen ich während dem Krieg überdulden müsse, wie viel Hohen und Spott, wie viel Grobheiten allein deshalb, weil mein Name Gelfand ist, weil ich in einer jüdischen Familie geboren wurde, und da ich selbst Jude bin. Das tat weh. Der Krieg war dadurch zehnfach schwerer, das Leben beschwerlicher.

Moderatorin: Wladimir Gelfand leidet in der Armee nicht nur unter dem Antisemitismus. Auch als Schriftsteller muss er Demütigungen hinnehmen. Selbst der ungewöhnlichen Auszeichnung mit 19 Jahren das Kriegstagebuch schreiben zu dürfen hilft ihm nicht darüber hinweg, dass er von seinen groben Kameraden oft verhöhnt wird. Als er ein Gedicht über das Kriegsende geschrieben hat, schnappt es sich ein Leutnant und liest es laut vor, kritisiert und verlacht es. Er rät Gelfand das Schreiben aufzugeben.

Moderator: ich begann an mich zu zweifeln und war in sehr bedruckter Stimmung, um so mehr er das vor Publikum sagte. In den Fenstern waren einigen Offizieren zu sehen, die lachten begeistert. Einige würgten vor Vergnügen und stimmten dem Sprecher zu. Zusätzlich begann er Grimassen zu schneiden, Witze über schlechte Dichter zu erzählen.

Moderatorin: ein Gedicht, das erst 17 Jähriger Wladimir „Der Nagel“ schrieb, zeigt eine Empfindlichkeit gegen Gewalt. Er kann den kleinen schönen Nagel nicht in die Wand schlagen, weil er fürchtet ihn zu verletzen. Auch ein Nagel hat eine Seele.

Vitaly Gelfand liest das Gedicht seines Vaters:

Гвоздь я в руку беру неспеша
Шляпка больно его хороша
Его нужно мне в доску вогнать
Но как трудно мне руку поднять.
Ведь он маленький, стройный такой
Как ударишь- согнется дугой
Не могу же я бить малыша
У гвоздя ведь есть тоже душа.

Mutter: Sei gegrüßt mein Lieber, meine Freude. Vor 4 Tagen habe ich dein Feiertagsgeschenk erhalten und das Foto von dir. Ich kann ja nicht sagen, wie sehr ich ja darüber gefreut habe. Wie gut du aussiehst, wie interessant und hübsch. Deine Schönheit kommt nicht durch dein Äußeres, sondern auch durch deine Seele zum Ausdruck, mein lieber Sohn.

Moderatorin: Wladimir Gelfand, auf einem Foto etwas ins Profil gedreht, schaut er direkt in die Kamera. Mit Trenchcoat, dunklem Anzug, Schlipps und Hut mit aufgeschlagener Krempel ist er höchstelegant. Er hat große, dunkle, etwas melancholische Augen, eine schmale Nase und ein wohlgeformten Mund. Ein gutaussehender junger Mann sieht den Betrachter an, der empfindlich und weich zu sein scheint, aber auch zugleich männlich, selbstbewusst.

Mutter: Und, Wowotschka, falls du kommst, bringst du noch ein Paar Tischdecken und irgendwas Süßes mit, ja? Ich umarme dich und küsse dich in mich. Deine Mama.

Moderator: Draußen ist es trübe und nass. Es regnet. Und auch meine Stimmung ist gedrückt. Die Perspektivlosigkeit. Unheilvoll türmt sich ihre Gestalt vor mir auf. Ich habe schon seit 4-5 Tage ständig leichte Kopfschmerzen. Woher kommen sie bloß?
2. Juli 1946. Doktor Solomonik aus dem Krankenhaus versuchte mich aufzumuntern: „Was lässt du solch eine Trübsal? Wer keinen Tripper hatte, ist kein richtiger Mann. Ist doch alles halb so schlimm! Du bist ganz eingeknickt, lässt dich hängen, rasierst dich nicht mehr- wie ein alter Knacker. Der Tripper ist die Krankheit des Soldaten. Und du bist ein Mann und Offizier!“

Moderatorin: Wladimir Gelfand arbeitet inzwischen in der Transportabteilung der Armee. Er stellt Waren und Materiallieferungen an die Einheiten zusammen und organisiert auch den Transport von Gütern, die in der sowjetischen Zone Deutschlands demontiert und in die UDSSR geschafft werden. Ständig hofft er nach Hause fahren zu können, reicht Urlaub ein, aber vergebens. Tapfer erträgt er in der Fremde Heimweh und Krankheiten. Von wirklichen Freunden sind es in seinen Tagebücher nicht die Rede. Er ist wohl zu sehr Außenseiter. Ihm bleiben nur die flüchtigen Frauenbekanntschaften und der Briefwechsel mit seinen Eltern.

Moderator: So, meine liebe Mamotschka, die heutige Nacht möchte ich dir widmen. Es ist schon nach Mitternacht. Alles schläft, nur ein Paar unruhige Mäuse schaben zackhaft über den Boden. Sie warten, bis ich einschlafe und dann haben sie freie Bahn. Ich habe nur Angst, sie könnten alle meine Papiere verderben, die über den Boden und Stühle verteilt sind. Die deutschen Ortschaften sind langweilig anzuschauen. Sie gleichen sich alle wie ein alldem anderem. Von außen sind die Häuser hässlich und finster, aber innen sind die Wohnungen sind komfortabel ausgestattet. Wenn auch vom Aufbau her identisch. Die Dörfer sind aus Stein, es gibt viele Kirchen, doch geistlichen habe ich selten gesehen. Die Straßen und Wege sind gepflastert, überall gibt es Strom, Eisenbahn und Bahnhöfe. In Berlin habe ich Sehenswürdigkeiten aus alten Zeiten besichtigt: Denkmäler, Gebäude und Museen. Während der Kämpfe hatte ich auf vielen von ihnen mit Kreide Aufschriften hinterlassen. Alle, oder zumindest die meisten,  sind vom Regen und der Zeit fortgespült worden, nur meine Innenschrift auf der Siegessäule war erhalten, die ich mit dem Messer in den Granit geritzt hatte. Für den Sieg war errichtet die Säule. Hier stehe ich nun mit meinem Sieg und schaue und spucke auf Deutschland, auf Berlin, das besiegte, spucke ich. Ich mache jetzt Schluss und schmiege mich ganz zärtlich an deine Brust. Es ist Zeit zum Schlafen. Wowa.

Musik.

Heute ist frei. Ich sterbe vor Langeweile. Jeder hat noch ein Mal eine Flasche bekommen. Lange habe ich nicht trinken wollen, aber dann hielt ich es nicht mehr aus vor Schwermut, Einsamkeit und Untätigkeit. Wir haben Gitarre gespielt, doch das hat die Schwermut aus dem Herzen vertreiben können. Es dämmert schon. Der Tage zu neige und nichts Neues. Nichts Gutes.

Musik.

Moderatorin: Wladimir Gelfand leidet immer häufiger unter Kopfschmerzen. Er weiß noch nicht, dass sie von einer Kontusion, einer Quetschung im Gehirn, herrühren. Die Druckwelle einer Bombe hatte sie verursacht. Bei den Kämpfen war sie dicht neben ihn eingeschlagen.

Moderator: Es begann nach dem ich eine Zigarette geraucht hatte, als hätte ich tausend Steine im Kopf und die Gedanken sind alle raus. Ich bin nicht betrunken. Ich fühle mich so dumpf und elend, wie es auch vom Wodka nicht kommen kann. Wann wird nur die Heilung geben. Was ist das für eine geheimnisvolle unerklärliche Krankheit, die mich auf das Niveau eines durchschnittlichsten und mittelmäßigsten aller Menschen zwingt? Ich muss Schwäche und Verzweiflung überwinden und mit dir, mein Tagebuch, mitteilen.

Moderatorin: Im September 1946 wird die Rote Armee demobilisiert und in den Friedenszustand überführt. Wladimir Gelfand ist entlassen und darf endlich nach Hause fahren. Er ist glücklich und lebt noch ein Mal aus dem Vollen. Für rund tausend Mark hat er Lebensmittel und Wodka eingekauft und feiert mit seinen Kameraden.

Musik.

Moderator: Ich habe noch ein Paar magere Groschen. Eine Schreibmaschine habe ich besorgt, eine ganz elegante. Mama wird sich freuen und ihr wird sie nützlich sein. Ich kann dann meine Sachen darauf tippen. Ich habe jetzt 7 Koffer, der 8. ist ganz klein, sowie 2 Mäntel, ein Fahrrad und einen Radioempfänger.

Moderator: Wladimir Gelfand kehrte nach Dnepropetrowsk zurück und wurde Lehrer. Bei seiner Bewerbung bekam er wieder Antisemitismus zu spüren. Er musste sich mit einer bescheidenen Stelle in einer Berufsschule begnügen. Wladimir Gelfand schrieb neben seinen Nebenberuf unentwegt Artikel, Romane, Gedichte. Die politischen Verhältnisse unter Stalin und seinen Nachfolger ließen eine freie schriftstellerische Entfaltung nicht zu. Sein Traum einen großen Schriftsteller zu werden realisierte sich nicht.

Vitaly Gelfand (redet auf Russisch): да, тогда в то время, при Сталине, при Хрущеве... Er hat versucht währen der Stalin-, Chruschtschow- und Breschnew- Ära seine Bücher zu veröffentlichen, aber sie wurden nicht publiziert. Und die Texte aus seinen Tagebüchern, die er den Zeitungen und Zeitschriften gegeben hatte, enthüllten Fakten, die regelrecht zensiert wurden. Die Presse hat die Aufzeichnungen, die Gelfand abgegeben hat, nicht akzeptiert. Sie haben die Ereignisse gefälscht, gekürzt und Teile einfach ausgeschnitten. Und auch heute ist die Politik unter Putin so. ich habe in Verlagen nachgefragt, das, was in den Tagebüchern steht- werden sie nicht veröffentlichen.

Musik.

Moderatorin: Wladimir Gelfand starb an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzung, denn die starke Prellungen seinen Kopf nach der Bombenexplosion zerstörte langsam sein Gehirn. Eine Herzschwäche kam dazu. Er starb in 1983 mit 60 Jahren.

Musik.








Zeit: 25` 00"                                                                         
 
 
 

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  •     Tuffnet Radio  "Är krigets våldtäkter en myt?"
  •     Norrköpings Tidningar  "En blick från andra sidan"
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  •     SWR2 Radio "Journal am Mittag"
  •     Berliner Zeitung  "Dem Krieg den Krieg erklären"
  •     Die Tageszeitung  "Mach's noch einmal, Iwan!"
  •     The book of Paul Steege: "Black Market, Cold War: Everyday Life in Berlin, 1946-1949"
  •     Телеканал РТР "Культура"  "Русско-немецкий солдатский разговорник"
  •     Аргументы и факты  "Есть ли правда у войны?"
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  •     Утро.ru  "Контурная карта великой войны"
  •     Телеканал РТР "Культура":  "Широкий формат с Ириной Лесовой"
  •     Museum Berlin-Karlshorst  "Das Haus in Karlshorst. Geschichte am Ort der Kapitulation"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Rote Fahnen über Potsdam 1933 - 1989: Lebenswege und Tagebücher"
  •     Das Buch von Bernd Vogenbeck, Juliane Tomann, Magda Abraham-Diefenbach: "Terra Transoderana: Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska"
  •     Das Buch von Sven Reichardt & Malte Zierenberg: "Damals nach dem Krieg Eine Geschichte Deutschlands - 1945 bis 1949" 
  •     Lothar Gall & Barbara Blessing: "Historische Zeitschrift Register zu Band 276 (2003) bis 285 (2007)"
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  •     Explorations in Russian and Eurasian History "The Intelligentsia Meets the Enemy: Educated Soviet Officers in Defeated Germany, 1945"
  •     DAMALS "Deutschland-Tagebuch 1945-1946"
  •     Das Buch von Pauline de Bok: "Blankow oder Das Verlangen nach Heimat"  
  •     Das Buch von Ingo von Münch: "Frau, komm!": die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45"
  •     Das Buch von Roland Thimme: "Schwarzmondnacht: Authentische Tagebücher berichten (1933-1953). Nazidiktatur - Sowjetische Besatzerwillkür"
  •     История государства "Миф о миллионах изнасилованных немок"
  •     Das Buch Alexander Häusser, Gordian Maugg: "Hungerwinter: Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47"
  •     Heinz Schilling: "Jahresberichte für deutsche Geschichte: Neue Folge. 60. Jahrgang 2008"
  •     Jan M. Piskorski "WYGNAŃCY: Migracje przymusowe i uchodźcy w dwudziestowiecznej Europie"
  •     Deutschlandradio "Heimat ist dort, wo kein Hass ist"
  •     Journal of Cold War Studies "Wladimir Gelfand, Deutschland-Tagebuch 1945–1946: Aufzeichnungen eines Rotarmisten"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне. Солдатские дневники"
  •     Частный Корреспондент "Победа благодаря и вопреки"
  •     Перспективы "Сексуальное насилие в годы Второй мировой войны: память, дискурс, орудие политики"
  •     Радиостанция Эхо Москвы & RTVi "Не так" с Олегом Будницким: Великая Отечественная - солдатские дневники"
  •     Books Llc "Person im Zweiten Weltkrieg /Sowjetunion/ Georgi Konstantinowitsch Schukow, Wladimir Gelfand, Pawel Alexejewitsch Rotmistrow"
  •     Das Buch von Jan Musekamp: "Zwischen Stettin und Szczecin - Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005"
  •     Encyclopedia of safety "Ladies liberated Europe in the eyes of Russian soldiers and officers (1944-1945 gg.)"
  •     Азовские греки "Павел Тасиц"
  •     Newsland "СМЯТЕНИЕ ГРОЗНОЙ ОСЕНИ 1941 ГОДА"
  •     Вестник РГГУ "Болезненная тема второй мировой войны: сексуальное насилие по обе стороны фронта"
  •     Das Buch von Jürgen W. Schmidt: "Als die Heimat zur Fremde wurde"
  •     ЛЕХАИМ "Евреи на войне: от советского к еврейскому?"
  •     Gedenkstätte/ Museum Seelower Höhen "Die Schlacht"
  •     The book of Frederick Taylor "Exorcising Hitler: The Occupation and Denazification of Germany"
  •     Огонёк "10 дневников одной войны"
  •     The book of Michael Jones "Total War: From Stalingrad to Berlin"
  •     Das Buch von Frederick Taylor "Zwischen Krieg und Frieden: Die Besetzung und Entnazifizierung Deutschlands 1944-1946"
  •     WordPress.com "Wie sind wir Westler alt und überklug - und sind jetzt doch Schmutz unter ihren Stiefeln"
  •     Олег Будницкий: "Архив еврейской истории" Том 6. "Дневники"
  •     Åke Sandin "Är krigets våldtäkter en myt?"
  •     Michael Jones: "El trasfondo humano de la guerra: con el ejército soviético de Stalingrado a Berlín"
  •     Das Buch von Jörg Baberowski: "Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt"
  •     Zeitschrift fur Geschichtswissenschaft "Gewalt im Militar. Die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg"
  •     Ersatz-[E-bok] "Tysk dagbok 1945-46"
  •     The book of Michael David-Fox, Peter Holquist, Alexander M. Martin: "Fascination and Enmity: Russia and Germany as Entangled Histories, 1914-1945"
  •     Елена Сенявская "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат и офицеров (1944-1945 гг.)"
  •     The book of Raphaelle Branche, Fabrice Virgili: "Rape in Wartime (Genders and Sexualities in History)"
  •     БезФорматаРу "Хоть бы скорей газетку прочесть"
  •     ВЕСТНИК "Проблемы реадаптации студентов-фронтовиков к учебному процессу после Великой Отечественной войны"
  •     Все лечится "10 миллионов изнасилованных немок"
  •     Симха "Еврейский Марк Твен. Так называли Шолома Рабиновича, известного как Шолом-Алейхем"
  •     Annales: Nathalie Moine "La perte, le don, le butin. Civilisation stalinienne, aide étrangère et biens trophées dans l’Union soviétique des années 1940"
  •     Das Buch von Beata Halicka "Polens Wilder Westen. Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945 - 1948"
  •     Das Buch von Jan M. Piskorski "Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhundert"
  •     "آسو  "دشمن هرگز در نمی‌زن
  •     Уроки истории. ХХ век. Гефтер. "Антисемитизм в СССР во время Второй мировой войны в контексте холокоста"
  •     Ella Janatovsky "The Crystallization of National Identity in Times of War: The Experience of a Soviet Jewish Soldier"
  •     Word War II Multimedia Database "Borgward Panzerjager At The Reichstag"  
  •     Всеукраинский еженедельник Украина-Центр "Рукописи не горят"
  •     Bücher / CD-s / E-Book von Niclas Sennerteg "Nionde arméns undergång: Kampen om Berlin 1945"
  •     Das Buch von Michaela Kipp: "Großreinemachen im Osten: Feindbilder in deutschen Feldpostbriefen im Zweiten Weltkrieg"
  •     Петербургская газета "Женщины на службе в Третьем Рейхе"
  •     Володимир Поліщук "Зроблено в Єлисаветграді"
  •     Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst. Katalog zur Dauerausstellung / Каталог постоянной экспозиции
  •     Clarissa Schnabel "The life and times of Marta Dietschy-Hillers"
  •     Alliance for Human Research Protection "Breaking the Silence about sexual violence against women during the Holocaust"
  •     Еврейский музей и центр толерантности. Группа по работе с архивными документами 
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Bok / eBok: Anders Bergman & Emelie Perland "365 dagar: Utdrag ur kända och okända dagböcker"
  •     РИА Новости "Освободители Германии"
  •     Das Buch von Jan M. Piskorski  "Die Verjagten: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhundert"
  •     Das Buch von Miriam Gebhardt "Als die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs"
  •     Petra Tabarelli "Vladimir Gelfand"
  •     Das Buch von Martin Stein "Die sowjetische Kriegspropaganda 1941 - 1945 in Ego-Dokumenten"
  •     The German Quarterly "Philomela’s Legacy: Rape, the Second World War, and the Ethics of Reading"
  •     MAZ LOKAL "Archäologische Spuren der Roten Armee in Brandenburg"
  •     Deutsches Historisches Museum "1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang. Zwölf Länder Europas nach dem Zweiten Weltkrieg"
  •     День за днем "Дневник лейтенанта Гельфанда"
  •     BBC News "The rape of Berlin" / BBC Mundo / BBC O`zbek  / BBC Brasil / BBC فارْسِى "تجاوز در برلین"
  •     Echo24.cz "Z deníku rudoarmějce: Probodneme je skrz genitálie"
  •     The Telegraph "The truth behind The Rape of Berlin"
  •     BBC World Service "The Rape of Berlin"
  •     ParlamentniListy.cz "Mrzačení, znásilňování, to všechno jsme dělali. Český server připomíná drsné paměti sovětského vojáka"
  •     WordPress.com "Termina a Batalha de Berlim"
  •     Dnevnik.hr "Podignula je suknju i kazala mi: 'Spavaj sa mnom. Čini što želiš! Ali samo ti"                  
  •     ilPOST "Gli stupri in Germania, 70 anni fa"
  •     上 海东方报业有限公司 70年前苏军强奸了十万柏林妇女?很多人仍在寻找真相
  •     연합뉴스 "BBC: 러시아군, 2차대전때 독일에서 대규모 강간"
  •     Telegraf "SPOMENIK RUSKOM SILOVATELJU: Nemci bi da preimenuju istorijsko zdanje u Berlinu?"
  •    Múlt-kor "A berlini asszonyok küzdelme a szovjet erőszaktevők ellen"
  •     Noticiasbit.com "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Museumsportal Berlin "Landsberger Allee 563, 21. April 1945"
  •     Caldeirão Político "70 anos após fim da guerra, estupro coletivo de alemãs ainda é episódio pouco conhecido"
  •     Nuestras Charlas Nocturnas "70 aniversario del fin de la II Guerra Mundial: del horror nazi al terror rojo en Alemania"
  •     W Radio "El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     La Tercera "BBC: El drama oculto de las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     Noticias de Paraguay "El drama de las alemanas violadas por tropas soviéticas hacia el final de la Segunda Guerra Mundial"
  •     Cnn Hit New "The drama hidden mass rape during the fall of Berlin"
  •     Dân Luận "Trần Lê - Hồng quân, nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin 1945"
  •     Český rozhlas "Temná stránka sovětského vítězství: znásilňování Němek"
  •     Historia "Cerita Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     G'Le Monde "Nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945 mang tên Hồng Quân"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Красная армия в Европе"
  •     Der Freitag "Eine Schnappschussidee"
  •     باز آفريني واقعيت ها  "تجاوز در برلین"
  •     Quadriculado "O Fim da Guerra e o início do Pesadelo. Duas narrativas sobre o inferno"    
  •     Majano Gossip "PER NON DIMENTICARE... LE PORCHERIE COMUNISTE!!!"
  •     Constantin Film "Anonyma - Eine Frau in Berlin. Materialien zum Film"
  •     Русская Германия "Я прижал бедную маму к своему сердцу и долго утешал"
  •     Das Buch von Nicholas Stargardt "Der deutsche Krieg: 1939 - 1945"    
  •     The book of Nicholas Stargardt "The German War: A Nation Under Arms, 1939–45"    
  •     The book of Nicholas Stargardt "The German War: A Nation Under Arms, 1939–45"    
  •     Das Buch "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     BBC Русская служба "Изнасилование Берлина: неизвестная история войны" / BBC Україна "Зґвалтування Берліна: невідома історія війни"
  •     Virtual Azərbaycan "Berlinin zorlanması"
  •     Гефтер. "Олег Будницкий: «Дневник, приятель дорогой!» Военный дневник Владимира Гельфанда"
  •     Гефтер "Владимир Гельфанд. Дневник 1942 года"
  •     BBC Tiếng Việt "Lính Liên Xô 'hãm hiếp phụ nữ Đức'"
  •     Эхо Москвы "ЦЕНА ПОБЕДЫ: Дневники лейтенанта Гельфанда"
  •     Renato Furtado "Soviéticos estupraram 2 milhões de mulheres alemãs, durante a Guerra Mundial"
  •     Вера Дубина "«Обыкновенная история» Второй мировой войны: дискурсы сексуального насилия над женщинами оккупированных территорий"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Презентация книги Владимира Гельфанда «Дневник 1941-1946»"
  •     Еврейский музей и центр толерантности "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Атака"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Бой"
  •     
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. "Победа"
  •     Сидякин & Би-Би-Си. Драма в трех действиях. Эпилог
  •     Труд "Покорность и отвага: кто кого?"
  •     Издательский Дом «Новый Взгляд» "Выставка подвига"
  •     Katalog NT "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне " - собрание уникальных документов"
  •     Вести "Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне" - собрание уникальных документов"
  •     Радио Свобода "Бесценный графоман"
  •     Вечерняя Москва "Еще раз о войне"
  •     РИА Новости "Выставка про евреев во время ВОВ открывается в Еврейском музее"
  •     Телеканал «Культура» Выставка "Евреи в Великой Отечественной войне" проходит в Москве
  •     Россия HD "Вести в 20.00"
  •     GORSKIE "В Москве открылась выставка "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Aгентство еврейских новостей "Евреи – герои войны"
  •     STMEGI TV "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Национальный исследовательский университет Высшая школа экономики "Открытие выставки "Евреи в Великой Отечественной войне"
  •     Независимая газета "Война Абрама"
  •     Revista de Historia "El lado oscuro de la victoria aliada en la Segunda Guerra Mundial"
  •     Лехаим "Война Абрама"
  •     Libertad USA "El drama de las alemanas: violadas por tropas soviéticas en 1945 y violadas por inmigrantes musulmanes en 2016"
  •     НГ Ex Libris "Пять книг недели"
  •     Брестский Курьер "Фамильное древо Бреста. На перекрестках тех дорог…"
  •     Полит.Ру "ProScience: Олег Будницкий о народной истории войны"
  •     Олена Проскура "Запiзнiла сповiдь"
  •     Полит.Ру "ProScience: Возможна ли научная история Великой Отечественной войны?"
  •     Das Buch "Владимир Гельфанд. Дневник 1941 - 1946"
  •     Ahlul Bait Nabi Saw "Kisah Kelam Perempuan Jerman Setelah Nazi Kalah Perang"
  •     北京北晚新视觉传媒有限公司 "70年前苏军强奸了十万柏林妇女?"
  •     Преподавание истории в школе "«О том, что происходило…» Дневник Владимира Гельфанда"
  •     Вестник НГПУ "О «НЕУБЕДИТЕЛЬНЕЙШЕЙ» ИЗ ПОМЕТ: (Высокая лексика в толковых словарях русского языка XX-XXI вв.)"
  •     Archäologisches Landesmuseum Brandenburg "Zwischen Krieg und Frieden" / "Между войной и миром"
  •     Российская газета "Там, где кончается война"
  •     Народный Корреспондент "Женщины освобождённой Европы глазами советских солдат: правда про "2 миллиона изнасилованых немок"
  •     Fiona "Военные изнасилования — преступления против жизни и личности"
  •     军情观察室 "苏军攻克柏林后暴行妇女遭殃,战争中的强奸现象为什么频发?"
  •     Независимая газета "Дневник минометчика"
  •     Независимая газета "ИСПОДЛОБЬЯ: Кризис концепции"
  •     Olhar Atual "A Esquerda a história e o estupro"
  •     The book of Stefan-Ludwig Hoffmann, Sandrine Kott, Peter Romijn, Olivier Wieviorka "Seeking Peace in the Wake of War: Europe, 1943-1947"
  •     Steemit "Berlin Rape: The Hidden History of War"
  •     Estudo Prático "Crimes de estupro na Segunda Guerra Mundial e dentro do exército americano"
  •     Громадське радіо "Насильство над жінками під час бойових дій — табу для України"
  •     InfoRadio RBB "Geschichte in den Wäldern Brandenburgs"
  •     "شگفتی های تاریخ است "پشت پرده تجاوز به زنان برلینی در پایان جنگ جهانی دوم
  •     Hans-Jürgen Beier gewidmet "Lehren – Sammeln – Publizieren"
  •     The book of Miriam Gebhardt "Crimes Unspoken: The Rape of German Women at the End of the Second World War"
  •     Русский вестник "Искажение истории: «Изнасилованная Германия»"
  •     凯迪 "推荐《柏林女人》与《五月四日》影片"
  •     Vix "Estupro de guerra: o que acontece com mulheres em zonas de conflito, como Aleppo?"
  •     Universidad del Bío-Bío "CRÍMENES DE GUERRA RUSOS EN LA SEGUNDA GUERRA MUNDIAL (1940-1945)"
  •     企业头条 "柏林战役后的女人"
  •     Sántha István "A front emlékezete"
  •     腾讯公司& nbsp; "二战时期欧洲, 战胜国对战败国的十万妇女是怎么处理的!"
  •     El Nuevo Accion "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     Periodismo Libre "QUE LE PREGUNTEN A LAS ALEMANAS VIOLADAS POR RUSOS, NORTEAMERICANOS, INGLESES Y FRANCESES"
  •     DE Y.OBIDIN "Какими видели европейских женщин советские солдаты и офицеры (1944-1945 годы)?"
  •     歷史錄 "近1萬女性被強姦致死,女孩撩開裙子說:不下20個男人戳我這兒"
  •     Cyberpedia "Проблема возмездия и «границы ненависти» у советского солдата-освободителя"
  •     NewConcepts Society "Можно ли ставить знак равенства между зверствами гитлеровцев и зверствами советских солдат?"
  •     搜狐 "二战时期欧洲,战胜国对战败国的妇女是怎么处理的"
  •     Ranker "14 Shocking Atrocities Committed By 20th Century Communist Dictatorships"
  •     Эхо Москвы "Дилетанты. Начало войны. Личные источники"
  •     Журнал "Огонёк" "Эго прошедшей войны"
  •     Уроки истории. XX век "Книжный дайджест «Уроков истории»: советский антисемитизм"
  •     Свободная Пресса "Кто кого насиловал в Германии"
  •     Озёрск.Ru "Война и немцы"
  •     Імекс-ЛТД "Історичний календар Кіровоградщини на 2018 рік. Люди. Події. Факти"
  •     יד ושם - רשות הזיכרון לשואה ולגבורה "Vladimir Gelfand"
  •     Atchuup! "Soviet soldiers openly sexually harass German woman in Leipzig after WWII victory, 1945"
  •     Книга Мириам Гебхардт "Когда пришли солдаты. Изнасилование немецких женщин в конце Второй мировой войны"
  •     Coffe Time "Женщины освобождённой"
  •     Дилетант "Цена победы. Военный дневник лейтенанта Владимира Гельфанда"
  •     Feldgrau.Info - Bоенная история "Подборка"
  •     Вечерний Брест "В поисках утраченного времени. Солдат Победы Аркадий Бляхер. Часть 9. Нелюбовь"
  •     Аргументы недели "Всю правду знает только народ. Почему фронтовые дневники совсем не похожи на кино о войне"
  •     VietInfo "Hồng quân, Nỗi kinh hoàng của phụ nữ Berlin năm 1945"
  •     Книга: Виталий Дымарский, Владимир Рыжков "Лица войны"
  •     Dozor "Про День Перемоги в Кіровограді, фейкових ветеранів і "липове" примирення"
  •     The book of Harriet Murav, Gennady Estraikh "Soviet Jews in World War II: Fighting, Witnessing, Remembering"
  •     TARINGA! "Las violaciones masivas durante la caída de Berlín"
  •     ВолиньPost "Еротика та війна: спогади про Любомль 1944 року"
  •     Anews "Молодые воспринимают войну в конфетном обличии"
  •     RTVi "«Война эта будет дикая». Что писали 22 июня 1941 года в дневниках"
  •     Tribun Manado "Nasib Kelam Perempuan Jerman Usai Nazi Kalah, Gadis Muda, Wanita Tua dan Hamil Diperkosa Bergantian"
  •     The book of Elisabeth Krimmer "German Women's Life Writing and the Holocaust: Complicity and Gender in the Second World War"
  •     ViewsBros  "WARTIME VIOLENCE AGAINST WOMEN"
  •     Русская семерка "В чьем плену хуже всего содержались женщины-военные на Второй мировой"
  •     Mail Online "Mass grave containing 1,800 German soldiers who perished at the Battle of Stalingrad is uncovered in Russia - 75 years after WWII's largest confrontation claimed 2 mln lives"
  •     PT. Kompas Cyber Media "Kuburan Massal 1.800 Tentara Jerman Ditemukan di Kota Volgograd"
  •     Công ty Cổ phần Quảng cáo Trực tuyến 24H "Nga: Sửa ống nước, phát hiện 1.800 hài cốt của trận đánh đẫm máu nhất lịch sử"
  •     LGMI News "Pasang Pipa Air, Tukang Temukan Kuburan Masal 1.837 Tentara Jerman"
  •     Quora "¿Cuál es un hecho sobre la Segunda Guerra Mundial que la mayoría de las personas no saben y probablemente no quieren saber?"
  •     Музейний простiр  "Музей на Дніпрі отримав новорічні подарунки під ялинку"
  •     The book of Paul Roland "Life After the Third Reich: The Struggle to Rise from the Nazi Ruins"
  •     O Sentinela "Dois Milhões de Alemãs: O Maior Estupro em Massa da História foi um Crime Aliado-Soviético"    
  •     Stratejik Güvenlik "SAVAŞ DOSYASI : TARİHTEN BİR KARE – 2. DÜNYA SAVAŞI BİTİMİNDE ALMANYA’DA KADINLARA TOPLU TECAVÜZLER"
  •     Агентство новостей «Хакасия-Информ» "Кто остановит шоу Коновалова?"
  •     Das Buch von Kerstin Bischl "Frontbeziehungen: Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945"
  •     Русская семерка "Красноармейцы или солдаты союзников: кто вызывал у немок больший страх"
  •     History Magazine "Sõjapäevik leitnant Vladimir Gelfand"
  •     theБабель "Український лейтенант Володимир Гельфанд пройшов Другу світову війну від Сталінграда до Берліна"
  •     Znaj.UA "Жорстокі знущання та масові вбивства: злочини Другої світової показали в моторошних кадрах"
  •     Gazeta.ua "Масові вбивства і зґвалтування: жорстокі злочини Другої світової війни у фотографіях"
  •     PikTag "Знали вы о том, что советские солдаты ИЗНАСИЛОВАЛИ бессчетное число женщин по пути к Берлину?"
  •     Kerstin Bischl  "Sammelrezension: Alltagserfahrungen von Rotarmisten und ihr Verhältnis zum Staat"
  •     Конт "Несколько слов о фронтовом дневнике"













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