Wolfram Adolphi – Jg. 1951, Dr. sc.
phil.,
Dipl.-Staatswissenschaftler, wiss. Mitarbeiter der Rosa-
Luxemburg-Stiftung und
Redakteur bei
»UTOPIE kreativ«; in der Zeitschrift zuletzt:
»Wohlfeile Keule und
geistige Selbstverstümmelung. Zwei neue Bücher mit
›linkem‹
Antiamerikanismus- Vorwurf«,
Heft 165/166 (Juli/August 2004), S. 662-671; » PDS. Partei
des Demokratischen Sozialismus.
Skizzen zu
ihrer Geschichte«, Heft 172 (Februar 2005), S. 113-125.
Wladimir Gelfand: Deutschland-Tagebuch
1945-1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten, ausgewählt
und kommentiert
von Elke Scherstjanoi, Aufbau- Verlag
Berlin 2005, 357 S. (22,90 €)
»Ein Wald
an der Oder. (…) Die Deutschen haben Angst, sind feige.
Irgendwie sind sie alle dumm und beschränkt, wie
Götzen, was ich bei all dem, was ich früher von ihnen
dachte, nicht im geringsten erwartet hätte. Jede
Menge Reichtum. Die Polen laufen zerlumpt herum, fast schon
elendig.«
Tagebucheintrag am 3. Februar
1945.
»Bis
Berlin sind es 70 Kilometer und bis zum Ende des Krieges …
noch weit, wie es scheint. Die Deutschen leisten nicht nur Widerstand,
sondern sind sogar in der Lage, uns aufzuhalten (einige Tage treten wir
schon auf der Stelle) und uns unersetzbare Verluste zuzufügen.
Wenigstens die Hälfte der Mannschaften ist in diesen Tagen in
die Fänge des Todes geraten, hat Verwundungen oder
Quetschungen erlitten. Es ist ein unbeschreiblicher Alptraum, und
nichts anderes.«
Tagebucheintrag am 6. oder 7.
Februar 1945.
»Gestern
sind zwei erschossen worden, die sich selbst verstümmelt
hatten. So hatte ich nach dem Dienst in der Nacht auch noch den ganzen
Tag mit den Gerichtsverfahren zu tun. (…) der
Soldat Kolzow (…) wurde gleich morgens verurteilt und hinter
dem Schuppen unseres
Hofes erschossen. (…) Der andere war ein Leutnant
(!). Ich hatte noch nie gehört, daß ein
Offizier sich aus Feigheit selbst
verstümmelt hat. Die linke Hand hat er sich durchschossen.
Er war noch jung, trug den Rotbanner-Orden und die Medaille
eines Verteidigers Stalingrad. Die Auszeichnungen wurden ihm abgenommen
und sein persönliches Eigentum konfisziert, seiner Familie
wurden alle Vergünstigungen entzogen, und er wurde
wie ein Hund erschossen.«
Tagebucheintrag am 16. Februar
1945.
»Die
Straßen von Berlin sind laut und belebt. Die Deutschen tragen
alle weiße Armbinden. Sie fürchten sich nicht vor
uns und spazieren auf den Straßen, wo es nur geht. Es
passiert viel, so mächtige und eindrucksvolle
Erlebnisse, daß man sie nur schwer mit Worten wiedergeben
kann. General Bersarin, der Befehlshaber meiner Armee, wurde
zum Kommandanten Berlins ernannt und hat eine Anordnung für
die örtliche Bevölkerung bekanntgegeben, in der er
aufruft, zu einem friedlichen Leben und zur Arbeit
zurückzukehren. Die Verbündeten haben sich mit
unseren Truppen vereinigt und bei Torgau die Kräfte
des Gegners gespalten. Die drei Regierungschefs haben das in einer
Sondermitteilung an ihre Streitkräfte allgemein
bekanntgegeben und dazu aufgerufen, alle Anstrengungen auf den letzten
Schlag gegen den Feind zu richten.«
Tagebucheintrag am 28. April 1945.
»In
Deutschland ist jetzt die Zeit des Regens und der Tränen
angebrochen. Die Deutschen jammern über das Essen,
über den Dreck, trauern den guten alten Zeiten nach, als es
alles noch im Überfluß gab. Und der
trübe deutsche Himmel überschüttet die
finsteren Gebäude auf deutschem Boden in solchen Mengen, als
wolle er ganz Deutschland in einem unaufhaltsamen Wasserstrom
auflösen. Diese Begegnung mit der deutschen Natur ist
für mich sehr unangenehm. Die ist so grau und abweisend
– ganz wie eine Stiefmutter.«
Tagebucheintrag am 14. August
1945.
»Wittenberge.
Ich bin wegen der Nägel für das erste Bataillon hier
in der Fabrik ›Singer‹. Ein
großes, imposantes Gebäude. Habe die
Anlage besichtigt. Die Technik ist beeindruckend. Gleich nebenan
wird Stroh zu … Seide verarbeitet, Abfall zu
Papier, die Reste zu Watte. Alle Achtung! Es heißt, die
Fabrik sei die führende und wichtigste in Deutschland gewesen.
Alle Produktionsanlagen und Nähmaschinen sind schon
abtransportiert. 180 Waggons hat der Inhalt der Fabrik
gefüllt. Die Gebäude sollen gesprengt werden, aber
sie haben ein paar Maschinen für die Herstellung von
Nägeln dagelassen. Und derentwegen bin ich nun hier, soll sie
nach Berlin bringen.«
Tagebucheintrag am 9. April 1946.
»Deutschland,
ich bin deiner nicht überdrüssig, aber ich verlasse
dich mit Vergnügen. Du bist verdorben und leer. Du birgst
nichts Erstaunliches, hast nichts Fröhliches in dir. Das Leben
hier ist einfach nur lustig, sorglos und billig, viel
Getöse und Geschwätz. Und Russland? Ich
weiß schon nicht mehr, wie es aussieht, wie man
dort lebt und was es dort jetzt Interessantes gibt. Teuer ist mir seine
von Blut und Tränen gewaschene Erde, die ich nun
bald, wie es scheint, wie Schokolade mit meinen gierigen
Zähnen ohne Ende knabbern, mit meiner deutsch verrenkten Zunge
lecken und mit meinen rauen Lippen
küssen werde. Es wird schwer werden, das weiß ich.
Arbeit und Gesundheit werde ich zum Opfer bringen; Verstand und
Ausdauer und meine Freiheit. Aber ich werde es schaffen! Ich will es,
und ich brauche es so sehr! Das Leben hat mir wieder sein
Gesicht zugewendet.«
Tagebucheintrag am 19. September
1946.
--------------------------------------------
≫Auf
der Ruckfahrt von Berlin nach Velten fragte mich im Zug ein mir
gegenubersitzender
Deutscher ganz unvermittelt und ernsthaft:›Wird
Deutschland
wieder gros und stark werden?‹
Schlusfolgerungen spare ich mir,
denn die Frage an sich ist so zynisch, das eine Antwort oder ein
Kommentar
nichts bringt≪ (S. 179).
Notiert
ist dies am 14. November 1945, 1 Uhr nachts. Der Leutnant der Roten
Armee
Wladimir Gelfand, einer judischen Familie aus der Ostukraine
entstammend, ist
zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt. Seit Mai 1942 steht er in Krieg und
nachfolgender Besatzung. Er hat – wie dem
instruktiven Nachwort ≫Ein
Rotarmist in Deutschland ≪ von
Elke Scherstjanoi, die die Aufzeichnungen ausgewahlt und kommentiert
hat, zu
entnehmen ist – Mitte
Juli 1942 im Raum Rostow
bittere Niederlagen erlebt, ist im Herbst 1942 nahe Stalingrad wahrend
der
ersten Kampfe dort Kandidat der KPdSU geworden,
hat im
Dezember des gleichen Jahres eine Verwundung erlitten, die ihn ≫vor
dem schlimmsten Gemetzel rettete≪, ist auf
dem
Weg zuruck an die Front durch das zerstorte Stalingrad gekommen, und er
hat im
Sommer 1943 erfahren, das ≫fast alle
Verwandten
vaterlicherseits im besetzten Jessentuki≪ im
Nordkaukasus, wo sich die Familie noch in seiner Kindheit angesiedelt
hatte, ≫bei
Judenvernichtungsaktionen umgekommen waren≪ (S.
318). Vater und Mutter, getrennt in nicht besetzten Gebieten lebend,
uberstehen
die Kriegszeit jedoch. Ende 1944 ist Gelfand nach einigen Monaten im
Hinterland wieder
in die vorderste Linie versetzt und dann als Kommandeur eines
Granatwerferzuges
einer Einheit zugeordnet worden, die zur 5. Stosarmee unter
Generaloberst
Bersarin und damit zur 1. Belorussischen Front unter Armeegeneral
Shukow gehort
(S. 321) – jenes
Armeeverbandes, dem die entscheidenden Schlachten um Berlin
zufallen. Als es zu den letzten grosen und opferreichen Kampfen kommt,
ist
Gelfand, der von Beginn seiner Kriegszeit an personliches Tagebuch
gefuhrt und
es auch immer verstanden hat, die fertigen Aufzeichnungen in die Heimat
zu
senden, vom Kommandeur der 301. Division, Oberst Antonow, zur Fuhrung
des
Divisionstagebuches bestellt (S. 323). Ende April 1945 kommt er in
dieser
Funktion nach Berlin und wird nach der Kapitulation Deutschlands am 8.
Mai bis
zu seiner Demobilisierung im September 1946 als Stabsoffizier zu
verschiedenen
Aufgaben in Berlin und im Umland der Hauptstadt abkommandiert. Seine
Aufgabenfelder wechseln standig. Er wird ≫hin
und her geschoben≪, und
zwar ≫auch,
weil seine Personalakte, wie er selbst feststellen konnte,
schlechte
Zeugnisse enthielt≪ (S.
325). Das kommt nun gewis
nicht dem Offizier entgegen, der ohnehin schon im Sommer 1945 instandig
auf
rasche Entlassung gehofft hatte (S. 324), aber dafur um so mehr dem
Tagebuch:
Denn es gibt diesen personlichen Aufzeichnungen jene Vielfalt und jenen
Reiz,
die sie zu einer Lekture machen, wie man sie bisher noch nicht finden
konnte.
Und
wie sie freilich auch nicht leicht zu lesen ist. Tagebucher –wenn
sie denn authentisch und nicht ≫nachgearbeitet≪ sind,
und an der
Authentizitat kann es hier keinen Zweifel geben – sind
in sich nicht ≫geschlossen≪. Sie
machen – zumal,
wenn sie unter so rasch wechselnden Daseinsbedingungen
entstehen und dem Schreibenden nicht immer wieder zum Nachschlagen von
fruher
Notiertem greifbar sind – heftige
Gedankensprunge und den
abrupten Wechsel von Ansichten und Betrachtungsweisen ebenso sichtbar
wie die
Gleichzeitigkeit unterschiedlichster Gefuhlslagen und Reflexionsebenen.
Zumal,
wenn es um einen so jungen Mann geht wie Gelfand; und noch zumal, wenn
das
ganze Jungmannerleben nichts anderes ist als
Krieg.
Wladimir
Gelfand war – wie
schon bei den Notizen aus den letzten Kriegswochen deutlich
wird – ein
gebildeter, belesener junger Mann, der seine Beobachtungen
mit Reflexion und weitergehenden Uberlegungen zu verkoppeln wuste und
zugleich
seine Gefuhle direkt und unverstellt beschrieb. ≫Deutschland
steht in Flammen, und es stimmt einen irgendwie froh, diesem bosen
Schauspiel
beizuwohnen. Tod um Tod, Blut um Blut. Mir tun diese Menschenhasser,
diese Tiere,
nicht leid≪, notiert
er am 28. Januar 1945, und am 30. Januar nach der
Einnahme deutscher Ansiedlungen: ≫Die
Bewohner
sind furchterlich verschreckt. (...) Der Luxus der Einrichtungen ist
kaum zu
beschreiben, der Reichtum und die Erlesenheit dieser Sachen sind
uberwaltigend.
Unsere Slawen werden Augen machen! Niemand verbietet uns, den Deutschen
das zu
nehmen und zu zerstoren, was sie
zuvor bei uns geraubt haben. Ich bin uberaus zufrieden.≪ Nur
wenige Zeilen
weiter erregt er sich uber einen Offizier seiner Einheit, der ≫eine
Buste von Schiller zerschlagen≪ hatte
und ≫wohl
auch Goethe vernichtet (hatte), wenn ich ihn diesem Narren nicht aus
den Handen
gerissen (...) hatte. Genies konnen nicht mit Barbaren gleichgesetzt
werden,
und ihr Andenken zu zerstoren ist fur einen zivilisierten Menschen eine
grose
Sunde und eine Schande≪ (S.
28/29).
Die
unterschiedlichsten Vorgange und Nachdenklichkeiten stehen auf engstem
Raum
beieinander. Am 16. Februar berichtet er von einem Leutnant aus seiner
Umgebung, der sich selbst verstummelt hat: ≫(...)
seiner Familie wurden alle Vergunstigungen entzogen, und er wurde wie
ein Hund
erschossen≪ (S. 38).
Am 21. Februar ist von ≫Schuften,
die in (deutscher) Kriegsgefangenschaft sind≪, die
Rede (S. 40). Am 26. Februar beklagt er ausfuhrlich den Tod des
Schriftstellers
Alexej Tolstoi – ≫was fur
ein schmerzlicher Verlust
so kurz vor dem Ende des Krieges≪ (S. 43) – und
am 13. April in noch groserer Ausfuhrlichkeit den des USA-Prasidenten
Roosevelt:
≫Roosevelt
ist der Triumph der amerikanischen Demokratie, ihr
Masstab
und ihr Gesicht. (...) Ewiges Gedenken Roosevelt, jenem auslandischen
Staatsmann, den ich am hochsten verehre. Ich neige mein Haupt in
tiefster
Trauer um diesen Verlust≪ (S. 75).
Dazwischen Kampfeindrucke,
Notizen zum Vormarsch der Truppen und immer wieder auch Schilderungen
von
Auseinandersetzungen innerhalb der Einheit, die von jener
Unterlegenheit des
versuchten Rettens von Schongeistigkeit gegenuber der Roheit des
allgemeinen Soldatseins
erzahlen, wie sie in diesem oder jenem Ausmas noch fur jede Armee
konstituierend ist.
Breiten
Raum nehmen in Wladimir Gelfands Aufzeichnungen Begegnungen
mit
Frauen ein. Elke Scherstjanoi resumiert treffend, das bei diesen
Begegnungen ≫offenkundig
keine Gewalt im Spiel war≪ (S. 327).
Und da sie offenbar
ahnt, das die Erwartungen der Leserschaft angesichts der vom
Medienhauptstrom
forcierten Sucht nach neuen Enthullungen uber das Vorgehen der Roten
Armee 1945
bei gleichzeitig weitestgehender Ausblendung der Praktiken der
Deutschen bei
ihrem Vormarsch – und
Ruckzug! – seit
1941 darauf gerichtet sein konnten, authentische Notizen uber
Vergewaltigungen nun
auch bei Gelfand zu finden – und im
Falle des Fehlens solcher
Notizen das Tagebuch vielleicht insgesamt in Frage gestellt werden
konnte –,
betont sie: ≫Der Leser
mag vielleicht geneigt sein, die Aufzeichnungen fur
unvollstandig zu halten oder Zugestandnisse an eine ausere oder innere
Zensur
vermuten. Doch dafur besteht kein Anlas, die Bekenntnisse sind offen
genug.≪ (S.
327). Und in der Tat vermittelt eine nicht exakt datierte Aufzeichnung
aus den
letzten Apriltagen uber das Zusammentreffen mit einer ≫Gruppe
deutscher Frauen mit Bundeln, Packen und Koffern≪, die
dem einigermasen Deutsch verstehenden Gelfand ≫schreckerfullt
(...) von dem Leid (erzahlten), das ihnen die Sturmtruppen in der
ersten Nacht,
als die Rote
Armee einruckte, zugefugt hatten≪ (S. 78),
unverblumt und eindringlich alles Elend dieser Situation.
Ansonsten
aber schreibt Gelfand, wenn es um Frauen geht – und zwar
um deutsche ebenso wie um Frauen der Roten Armee –, ganz
von sich selbst, und diese Notizen geben Anlas, von neuem nachzudenken
uber
das, was man im Ruckblick auf die Kriegsjahre junger Manner – und
naturlich auch junger Frauen –
gemeinhin als ≫zerstorte
Jugend≪ zu
beschreiben pflegt. Hier, in diesen Tagebuchaufzeichnungen, liegt
es mit uberraschender Offenheit und einer nicht selten zu Herzen
gehenden
darstellerischen Unbeholfenheit zutage: das Unvermogen, unter den
Verhaltnissen
von alltaglichem Erleben von Tod und Gewalt und einem fundamentalen
Auseinandergerissensein der Geschlechter ein achtungsvolles,
gleichberechtigtes, von Liebe getragenes Begehren zu entwickeln und in
ihm Erfullung
zu finden. ≫Die
Madchen≪, notiert
der junge Offizier am 28.
Mai 1945, ≫haben
wieder Gefallen an mir gefunden, und ich mehr noch an ihnen≪ (S.
87). In der Folge kommt es zu zahlreichen sexuellen Beziehungen, deren
Schilderung (z. B. S. 95-97, 145, 157, 185, 192) unter anderem auch
deshalb
aufschlusreich ist, weil solche ≫Geschichten≪zwischen
deutschen Frauen und Besatzungssoldaten in der Erinnerung vieler nur
im Westen stattgefunden zu haben scheinen. Dazwischen Satze wie diese
vom Juni
1945: ≫Bei uns
in der Armee gibt es kein einziges anstandiges Madchen,
sie alle sind verdorbene und liederliche Kreaturen. Sie mogen es nicht,
wenn
ich sie hoflich und aufmerksam behandele, sie brauchen eher das Tierivon sche und
so
wenig wie moglich Menschliches≪ (S. 99).
Und in der Beurteilung
des eigenen Handelns im Oktober 1945 uber eine Liebe in Velten: ≫Ich
hatte mir mehr erhofft, wollte sie jedoch nicht drangen. Ihre Mutter
ist mit
mir zufrieden. Ware ja auch noch schoner! Schlieslich hatte ich auf dem
Altar
fur vertrauensvolle und wohlwollende Beziehungen Lebensmittel,
Susigkeiten und
Butter, Wurst und teure deutsche Zigaretten niedergelegt. Bereits die
Halfte
ware genug, um mit Fug und Recht mit der Tochter vor den Augen der
Mutter alles
Erdenkliche anzustellen, und die wurde nichts dagegen sagen≪ (S.
157).
Letzteres
ist eine der Stellen, an denen Schwarmerei, Unsicherheit und
gleichzeitige
Anbetung der Frauen sich mit unerfullten Phantasien verknupfen, wie es
das eben
in Tagebuchern auch zu geben pflegt. Immer dann namlich, wenn Gelfand
von tatsachlich
Erlebtem erzahlt, geht es keineswegs um ≫alles
Erdenkliche≪, und
schon gar nicht ≫vor den
Augen
der Mutter≪, sondern
einfach nur um Sehnsucht und Zartlichkeit und Schranken
ihrer Erfullung.
An
einer anderen Stelle des Tagebuches spielt die Aufzeichnung sexueller
Phantasien allerdings eine sehr verderbliche Rolle. Am 20. Marz 1945
schildert
Gelfand den Kampf einer sowjetischen Einheit mit einem deutschen ≫Frauenbataillon≪ und
die Methoden, mit denen nach dessen Zerschlagung ≫die
Schutzen zugig abrechneten≪ (S.
60-62). Leider erfahrt man
erst im Nachwort von Elke Scherstjanoi, das es ≫keinen
Anhaltspunkt dafur (gibt), das irgendwann im Krieg einmal ein deutsches
›Frauenbataillon‹ zum
Einsatz kam≪ (S. 337),
und auch daruber, das Gelfand in spater gedruckten Sammelbanden
von Kriegserinnerungen das Thema ≫Frauenbataillon≪ als
eigenes Erleben noch einmal aufnahm, obwohl es ihm doch nur von anderen
zugetragen worden war, und sich damit zum offentlichen Bewahrer einer
offensichtlichen Falschinformation machte. Die im Tagebuch
phantasierten
Gewaltakte, in denen gleichwohl ≫die
grausigsten Erlebnisberichte geschandeter weiblicher Zivilisten und
Gefangener
aufscheinen≪
(Scherstjanoi), hatte er nun allerdings weggelassen (S. 337/338).
Angesichts der Brisanz dieses Themas ware es wunschenswert gewesen,
diese
unerlaslichen Anmerkungen bereits als Fusnote im Tagebuch selbst zu
finden – und
nicht erst im Nachwort, auf das im ubrigen auch keine Anmerkungsziffer
im
Tagebuchtext verweist. So folgt die Aufklarung erst ganz am Ende des
Buches.
Uberhaupt
ist es wenig hilfreich, das man auch bei Namen und Vorgangen, die mit
Anmerkungsziffern versehen sind, erst zum Anmerkungsteil vordringen
mus. Dem
historisch Versierten ist naturlich bei der bewundernden Nennung des
Namens Wyschinski
(S. 226) oder der kritischen Auseinandersetzung mit Churchill (S. 238)
aller
Zusammenhang klar – aber fur
denjenigen, der auf
erklarende Information angewiesen ist, erschwert das Suchen der Ziffern
am
Buchende das Verstandnis unnotig.
Das aber andert nichts am grosen Wert des
Buches, das neben den Tagebuchaufzeichnungen auch zahlreiche Briefe von
Wladimir Gelfand enthalt, alles in allem eine Fulle von Eindrucken aus
dem
Alltag der deutschen Nachkriegsgesellschaft vermittelt und fur dessen
Zustandekommen
neben Elke Scherstjanoi auch Anja Lutter und Hartmut Schroder, die die
Ubersetzung aus dem Russischen besorgten, zu danken ist. Freilich ist
am Ende
auch dieses klar: Auch das vorliegende Buch kann wieder nur ein kleiner
Baustein sein zu einem besseren Verstandnis der Geschichte. Weder
bringt es dem
schon lange mit den Dingen Befasten ≫nun
endlich
die ganze Wahrheit ≪, noch
gar vermag es dem
neugierig Gewordenen Geschichtsbucher zu ersetzen. ≫Uber
das Verhaltnis ›der Russen‹ zu ›den
Deutschen‹ am
Ende des Zweiten Weltkrieges≪,
schreibt Elke Scherstjanoi zum
Schlus, ≫wird also
weiter nachzudenken sein≪ (S.
339) –
zumal der Jude Wladimir Gelfand nun eben tatsachlich aus der
Ukraine stammte und im wahrsten Sinne des Wortes sowjetischer Soldat
gewesen
ist.
Вольфрам Адолфи – Jg. В 1951, доктор sc. философии.,
государственного ученого Dipl., wiss.
Сотрудник Розы Люксембург-Штифтунг и
редактор при » УТОПИЮ творчески «; в журнале в
конце концов:
» Дешевую дубину и духовное самоискажение. 2 новых
книги с "левым"
Антиамериканизм упрек «, тетрадь 165/166 (июль / август
2004), S. 662-671; » ПДС. Партия Демократического социализма.
Эскизы к
история «, тетрадь 172 (февраля 2005), S. 113-125.
Владимир Гелфанд: немецкий дневник
1945-1946 записи красноармейца, выбранного и
комментируемый
от Эльке Шерстянои, Ауфбау издательство Берлина в 2005, 357
страниц, (22,90)
«Лес впереди… (…) Немцы напуганы,
трусливы. Какие же они глупые и ограниченные, словно идолы. Несмотря на
все, что я думал о них раньше, я не ожидал от них такого. Огромное
количество богатства, а поляки ходят в обносках, почти в лохмотьях.
Жалкое зрелище.»
Запись дневника 3 февраля 1945.
«До Берлина еще целых 70 километров, а до конца
войны… Как долго еще? Немцы не просто оказывают сопротивление
— они способны серьезно задерживать нас. Мы наступаем, но уже
несколько дней топчемся на месте, и все время несем потери. По меньшей
мере половина нашего отряда за эти дни оказалась в лапах смерти —
ранены, контужены или убиты. Это неописуемый кошмар и ничто
другое.»
Запись дневника 6 или 7 февраля
1945.
*«Вчера расстреляли двух самострелов, которые пытались
покончить с собой. Так что после службы мне пришлось целый день
заниматься судебными разбирательствами. (…) Солдат Колцов
(…) был осужден этим утром и расстрелян за сараем нашего двора.
(…) Другой был лейтенантом (!). Я никогда раньше не слышал,
чтобы офицер стрелялся из трусости. Он выстрелил себе в левую
руку. Был еще молод, имел орден Красного Знамени и медаль За оборону Сталинграда.
Награды у него отобрали, личное имущество конфисковали, семью лишили всех льгот, а его самого застрелили, как собаку.»*
Запись дневника 16 февраля 1945.
*«Улицы Берлина шумные и оживленные. Немцы носят белые
повязки. Они не боятся нас и свободно гуляют по улицам, где кипит
жизнь. Столько событий, таких мощных и грандиозных переживаний, что
передать их словами сложно. Генерал Берзарин, командующий моей армией,
назначен комендантом Берлина. Он издал распоряжение для местного
населения, в котором призывает к возвращению к мирной жизни и
труду. Союзники объединили свои силы с нашими подразделениями, и возле
Торгау войска противника окончательно расколоты.
Три главы правительств опубликовали специальное сообщение для
вооруженных сил, призывая к максимальным усилиям для последнего удара
по врагу.»*
Запись дневника 28 апреля 1945.
*«В Германии теперь время дождя и слез. Немцы скорбят
— о пище, о земле, о былых временах, когда всего этого было
вдоволь. А хмурое немецкое небо осыпает темные здания бесконечным
дождем, словно хочет растворить всю Германию в беспрерывном водном
потоке. Эта встреча с немецкой природой неприятна для меня. Она серая,
холодная, недружелюбная — совсем как мачеха.»*
Запись дневника 14 августа 1945.
*«Виттенберг. Я здесь на фабрике "Singer" по делу
— добываю гвозди для первого батальона. Огромное, внушительное
здание. Если бы можно было его осмотреть как следует... Техническое
оснащение впечатляет. Прямо рядом перерабатывают солому в… шелк,
отходы в бумагу, остатки в вату. Осторожно! Это значит, что фабрика
была одной из ключевых и самых важных в Германии. Все производственное
оборудование и швейные машины уже вывезены. Содержимое фабрики
заполнило 180 вагонов. Здания подлежат взрыву, но несколько машин для
изготовления гвоздей здесь все же оставили. И вот я теперь здесь, чтобы узнать, можно ли их отправить в Берлин.»*
Запись дневника 9 апреля 1946.
*«Германия, ты не приелась, но покидаю тебя с
удовольствием. Ты испорчена и пуста. В тебе нет ничего удивительного,
ничего веселого. Жизнь здесь легка, беззаботна и дешева — одно
бесконечное шумное болтовня. А Россия? Я уже почти не помню, как она
выглядит, как там живут, что теперь там интересно. Но она зовет меня
— земля, омытая кровью и слезами. Я готов жадно
вцепиться в нее, словно в плитку шоколада, грызть ее крепкими зубами,
лизать своим спотыкающимся на немецких словах языком, целовать
обветренными губами. Это будет тяжело, я знаю. Мне придется принести в
жертву труд, здоровье, разум, терпение — и даже свою свободу. Но
я справлюсь! Я хочу этого. Я так отчаянно нуждаюсь в этом! Жизнь
повернулась ко мне лицом.»*
Запись дневника 19 сентября 1946.
--------------------------------------------
«После поездки на толчок Берлина, после посещения
Вельтена, один немец неожиданно и очень серьезно спросил меня в поезде:
"Станет ли Германия снова великой и сильной?" Я воздержался от выводов,
потому что сам вопрос был настолько циничным, что ни ответ, ни
комментарий ничего бы не изменили.» (S. 179).
Эта запись сделана 14 ноября 1945 года, в час ночи. Лейтенанту
Красной армии Владимиру Гельфанду, уроженцу еврейской семьи с восточной
Украины, в этот момент 22 года. С мая 1942 года он на войне, а затем в
составе оккупационных войск.
Как отмечает в комментариях историк Эльке Шерстяной, Гельфанд
пережил горькие поражения летом 1942 года под Ростовом, затем оказался
в окружении под Сталинградом, где в декабре того же года был ранен. Это
ранение, по его собственным словам, «спасло его от наихудшей бойни».
После лечения он вернулся на фронт и вновь оказался в разрушенном
Сталинграде. Летом 1943 года он узнает о судьбе своей семьи: «почти все родственники по линии отца, жившие в оккупированных Ессентуках, были убиты в ходе уничтожения евреев» (S. 318).
Родители Гельфанда, оставшиеся в неоккупированных районах, пережили
войну. В конце 1944 года он, после нескольких месяцев в тылу, снова был
переброшен в самую передовую линию фронта. Как командир минометного
взвода 5-й армии под командованием генерал-полковника Берзарина, он
участвовал в решающих боях за Берлин в составе 1-го Белорусского фронта
под руководством Жукова (S. 321).
Когда началась последняя крупная и кровопролитная битва за столицу
Третьего рейха, Гельфанд, который с первых дней войны вел личный
дневник и даже отсылал копии записей на родину, получает назначение на
должность летописца военного подразделения. Приказ об этом отдал
командир 301-го полка, полковник Антонов (S. 323). В конце апреля 1945
года он прибывает в Берлин, а после капитуляции Германии 8 мая остается
в городе и до сентября 1946 года служит штабным офицером, выполняя
различные задания.
Его служебные функции постоянно меняются. Он направляется «туда и сюда», что, как он сам отмечает, связано с «плохими характеристиками в его личном деле»
(S. 325). Его надежды на скорую демобилизацию летом 1945 года не
оправдались (S. 324). Однако именно благодаря этому его дневник
становится таким насыщенным, эмоционально противоречивым и
разнообразным в деталях.
Читать его записи нелегко
Подлинные дневники, если они не были «переработаны»,
всегда содержат разрозненные, подчас несистемные наблюдения. Они
отражают скачки мыслей, внезапные изменения настроений и взглядов, а
порой и противоречивые оценки одного и того же явления. Особенно если
речь идет о таком молодом человеке, как Гельфанд, для которого война
стала единственной реальностью взрослой жизни.
Гельфанд был образованным и эрудированным человеком, который
стремился осмыслить происходящее и анализировать свои наблюдения. В то
же время он не стеснялся описывать эмоции, часто сырые, несдержанные,
без ретуши.
«Германия в огне, и правильно. Мне даже немного радостно
присутствовать на этом спектакле. Вокруг смерть, кровь, еще больше
смерти. Эти человеконенавистники… они для меня как животные. Я
им не сочувствую.» (S. 28 января 1945).
А спустя два дня он записывает совсем иное впечатление:
«Жители напуганы до ужаса… Роскошь в домах неописуема.
Богатство и изысканность этих вещей поражает. Наши славяне будут
поражены! Никто не запрещает нам брать у немцев то, что они отняли у
нас, или разрушать их имущество. Я доволен всем.»
Но спустя несколько строк его возмущает поступок сослуживца:
«Этот идиот разбил бюст Шиллера… Он, наверное, уничтожил
бы и Гёте, если бы я не остановил его. Гениев нельзя приравнивать к
варварам, а разрушение их памяти — это великий грех и позор для
цивилизованного человека.» (S. 28–29).
Только что он пишет о ненависти, затем — о культурных
ценностях, затем снова о ненависти. Именно в этом хаосе эмоций
проявляется живая, аутентичная личность, разрываемая войной.
16 февраля он записывает: «Вчера один из наших офицеров застрелился. Его семью лишили всех льгот, а самого расстреляли, как собаку.» (S. 38).
А 13 апреля он скорбит по Рузвельту: «Рузвельт был
триумфом американской демократии, ее мощью и ее лицом… Вечная
память Рузвельту, этому иностранному государственному деятелю, которого
я почитаю особенно. Я склоняю голову в глубокой скорби по этой
утрате.» (S. 75).
Гельфанд записывает свои мысли на фоне страшных событий, на фоне
маршей смерти, разрушенных городов, умирающих людей. Война не дает ему
возможности чувствовать что-то одно — все в нем смешивается,
сталкивается, превращается в хаотичное и яркое полотно его собственного
восприятия.
Женщины и любовь в дневнике Гельфанда
Встречи с женщинами занимают значительное место в его записях. Эльке Шерстяной подчеркивает, что «никаких признаков насилия в этих записях нет» (S. 327). Вероятно,
она предвидела реакцию читателей, ожидавших откровений о массовых
преступлениях Красной армии в Германии. Тем более что сам этот аспект
войны многими западными СМИ трактуется однобоко, с замалчиванием
немецких зверств 1941–1944 годов.
Гельфанд, в отличие от множества его товарищей, воспринимает женщин не только как военную добычу.
«У нас в армии нет порядочных девушек, они все —
испорченные и неопрятные существа. Им не нравится, когда я обращаюсь с
ними вежливо и внимательно. Им нужно что-то совсем иное… что-то
звериное.» (S. 99).
В октябре 1945 года он записывает о женщине из Вельтена:
«Я ожидал большего, но она не хотела… Ее мать довольна
мной. Товар тоже хорош! В конце концов, за доверительное и
благосклонное отношение я оставил ей продукты, сладости, масло, колбасу
и дорогие немецкие сигареты. Этого достаточно, чтобы получить всё
возможное на законных основаниях перед глазами матери, и она не будет
против.» (S. 157). Этот фрагмент особенно интересен. Он колеблется между цинизмом, расчётом и искренним стремлением к любви.
Заключение
Дневники Владимира Гельфанда — это редчайший источник, который
показывает войну и ее последствия глазами победителя, но не
триумфатора. Это мысли и переживания человека, прошедшего ад и
оказавшегося в стране, которую он сначала ненавидел, но затем пытался
понять. Его записи сложны, противоречивы, порой наивны, но именно в этом — их сила и подлинность.
German
Wolfram Adolphi
UTOPIE kreativ, No. 175 (May 2005), pp. 422-426
Wolfram Adolphi, born in 1951, Dr. sc. phil., political
scientist, research associate of the Rosa Luxemburg Foundation and
editor of UTOPIE kreativ.
Vladimir Gelfand: German Diary 1945-1946. Notes of a Red Army Soldier, selected and annotated by Elke Scherstjanoi, Aufbau Verlag, Berlin 2005, 357 pages, EUR 22.90.
The Young Lieutenant's German Diary
"A forest ahead... (...) The Germans are frightened and cowardly.
How stupid and limited they are, like idols. Despite everything I had
thought of them before, I did not expect this. There is enormous
wealth, while the Poles walk around in worn-out clothes, almost in
rags. A pitiful sight."
Diary entry, 3 February 1945.
"Berlin is still a full seventy kilometers away, and the end of
the war... how much longer? The Germans are not merely resisting; they
are capable of seriously holding us up. We are advancing, yet for
several days we have been treading water and suffering losses all the
time. At least half of our detachment has fallen into death's claws
during these days—wounded, concussed or killed. It is an
indescribable nightmare and nothing else."
Diary entry, 6 or 7 February 1945.
"Yesterday two men who had deliberately wounded themselves were
shot after trying to escape the front by injuring themselves. So after
duty I had to spend the whole day dealing with court proceedings. (...)
Soldier Koltsov (...) was sentenced this morning and shot behind the
shed in our yard. (...) The other was a lieutenant (!). I had never
before heard of an officer shooting himself out of cowardice. He fired
into his left hand. He was still young and had the Order of the Red
Banner and the medal 'For the Defense of Stalingrad.' His decorations
were taken away, his personal property confiscated, his family deprived
of all benefits, and he himself was shot like a dog."
Diary entry, 16 February 1945.
"The streets of Berlin are noisy and lively. The Germans wear
white armbands. They are not afraid of us and move freely through the
streets, where life is bustling. So much is happening, such powerful
and immense experiences, that it is difficult to express them in words.
General Bersarin, commander of my army, has been appointed commandant
of Berlin. He has issued an order to the local population calling for a
return to peaceful life and work. The Allies have joined their forces
with our units, and near Torgau the enemy armies have finally been
split apart. The three heads of government have issued a special
message to the armed forces calling for the greatest possible effort in
the final blow against the enemy."
Diary entry, 28 April 1945.
"Germany is now in a season of rain and tears. The Germans
mourn—for food, for land, for the old days when there was plenty
of everything. And the gloomy German sky pours endless rain over the
dark buildings, as if it wanted to dissolve all of Germany in an
unbroken stream of water. This encounter with German nature is
unpleasant to me. It is gray, cold and unfriendly—just like a
stepmother."
Diary entry, 14 August 1945.
"Wittenberg. I am here at the Singer factory on
business—trying to obtain nails for the first battalion. An
enormous, imposing building. If only one could inspect it properly...
The technical equipment is impressive. Right next door they turn straw
into... silk, waste into paper, leftovers into cotton wool. Take note!
That means this factory was one of the key and most important plants in
Germany. All the production equipment and sewing machines have already
been removed. The contents of the factory filled 180 railway cars. The
buildings are to be blown up, but several machines for making nails
have been left behind. And now I am here to find out whether they can
be sent to Berlin."
Diary entry, 9 April 1946.
"Germany, I have not grown tired of you, but I am glad to leave
you. You are spoiled and empty. There is nothing astonishing in you,
nothing cheerful. Life here is easy, carefree and cheap—one
endless noisy chatter. And Russia? I can hardly remember what it looks
like, how people live there, what is interesting there now. But it
calls me—the land washed with blood and tears. I am ready to
seize it greedily like a bar of chocolate, bite it with strong teeth,
lick it with my tongue that stumbles over German words, kiss it with
weathered lips. It will be hard, I know. I shall have to sacrifice
labor, health, reason, patience—even my freedom. But I will
manage! I want this. I need it desperately. Life has turned its face
toward me."
Diary entry, 19 September 1946.
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"After a trip to Berlin's flea market, after visiting Velten, a
German suddenly asked me very seriously on the train: 'Will Germany
become great and strong again?' I refrained from drawing conclusions
because the question itself was so cynical that neither an answer nor a
comment would have changed anything." (p. 179).
The entry was made at one o'clock in the morning on 14 November
1945. Red Army lieutenant Vladimir Gelfand, born into a Jewish family
in eastern Ukraine, was twenty-two years old. He had been at war since
May 1942 and was now serving with the occupation forces.
As historian Elke Scherstjanoi notes in her commentary, Gelfand
experienced the bitter defeats of the summer of 1942 near Rostov and
was later caught in the fighting around Stalingrad, where he was
wounded in December of that year. The wound, in his own words, "saved
him from the worst slaughter." After treatment he returned to the front
and again found himself in devastated Stalingrad. In the summer of 1943
he learned what had happened to his family: "almost all of my father's
relatives who lived in occupied Essentuki were killed during the
extermination of the Jews" (p. 318).
Gelfand's parents, who had remained in territories not occupied by
the Germans, survived the war. At the end of 1944, after several months
away from the front, he was sent back to the foremost line. As
commander of a mortar platoon in the 5th Shock Army under Colonel
General Bersarin, he took part in the decisive fighting for Berlin
within Zhukov's 1st Belorussian Front (p. 321).
When the last great and bloody battle for the capital of the Third
Reich began, Gelfand—who had kept a private diary from the early
war years and even sent copies of entries home—was assigned to
serve as chronicler of his military unit. The order came from the
commander of the 301st Regiment, Colonel Antonov (p. 323). At the end
of April 1945 he reached Berlin. After Germany's surrender on 8 May he
remained in the city and served until September 1946 as a staff officer
on a succession of assignments.
His official duties changed constantly. He was sent "here and
there," something he himself connected with the "poor reports in his
personnel file" (p. 325). His hopes for rapid demobilization in the
summer of 1945 were disappointed (p. 324). Yet precisely because of
this, the diary became rich in detail, emotionally contradictory and
unusually varied.
His notes are not easy to read
Authentic diaries, when they have not been "reworked" later, always
contain scattered and sometimes unsystematic observations. They reflect
leaps of thought, sudden changes of mood and viewpoint, and at times
contradictory judgments about the same phenomenon. This is especially
true of someone as young as Gelfand, for whom war had become virtually
the only reality of adult life.
Gelfand was educated and widely read. He tried to understand events
and analyze what he saw, yet he was not ashamed to record emotions that
were often raw, uncontrolled and unretouched.
"Germany is burning, and rightly so. I am even a little pleased
to be present at this spectacle. Around me there is death, blood, more
death. These haters of humanity... they are like animals to me. I feel
no sympathy for them." (28 January 1945).
Only two days later he records a very different impression: "The
inhabitants are terrified... The luxury in the houses is indescribable.
The wealth and refinement of these things are astonishing. Our Slavs
will be amazed! No one forbids us to take from the Germans what they
took from us, or to destroy their property. I am satisfied with
everything."
Yet only a few lines later he is outraged by a comrade's behavior: "That
idiot smashed a bust of Schiller... He probably would have destroyed
Goethe too if I had not stopped him. Geniuses cannot be equated with
barbarians, and destroying their memory is a great sin and a disgrace
for a civilized person." (pp. 28-29).
One moment he writes of hatred, the next of cultural values, and
then again of hatred. It is precisely in this chaos of emotion that a
living and authentic personality appears—a personality torn apart
by war.
On 16 February he records the fate of men punished for
self-inflicted wounds and desertion, including an officer whose honors
were stripped away and whose family lost its benefits. The brutality of
military discipline is part of the same reality he describes.
On 13 April, by contrast, he mourns Roosevelt: "Roosevelt was the
triumph of American democracy, its strength and its face... Eternal
memory to Roosevelt, this foreign statesman whom I honor especially. I
bow my head in deep sorrow at this loss." (p. 75).
Gelfand writes against a background of terrible events—death
marches, ruined cities, dying people. War does not allow him to feel
only one thing. Everything inside him mixes and collides, turning into
the chaotic and vivid fabric of his own perception.
Women and love in Gelfand's diary
Encounters with women occupy a significant place in the diary. Elke
Scherstjanoi emphasizes that "there are no signs of violence in these
entries" (p. 327). She was perhaps anticipating readers who expected
revelations about crimes committed by Red Army soldiers in Germany. The
subject, in turn, has often been treated in the Western media in ways
that detach it from the broader brutality of the war and the atrocities
committed in the Soviet Union in 1941-1944.
Unlike many of his comrades, Gelfand does not see women only as
spoils of war. Yet his own language can be crude and revealing. In one
passage he complains about women in the army and about the kind of
behavior he believes they expect from men (p. 99). Such remarks expose
his prejudices as well as his longing for tenderness and ordinary
civilian intimacy.
In October 1945 he writes about a woman from Velten: "I expected
more, but she did not want to... Her mother is pleased with me. The
goods are good too! In the end, in return for a trusting and favorable
attitude I left her food, sweets, butter, sausage and expensive German
cigarettes. That is enough to obtain everything possible in a lawful
way before the mother's eyes, and she will not object." (p. 157). The passage is particularly revealing: he shifts between cynicism, calculation and a genuine desire for love.
Conclusion
Vladimir Gelfand's diaries are an exceptionally rare source. They
show the war and its aftermath through the eyes of a victor, but not a
triumphalist. They preserve the thoughts and experiences of a man who
passed through hell and found himself in a country he had first hated
but then tried to understand. The entries are difficult, contradictory
and sometimes naive; precisely for that reason they possess their
strength and authenticity.