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| In einer sich vor allem immer weiter
ausdifferenzierenden Wissenschaftslandschaft ist der Polyhistor, der
Quellen gewinnt und bewahrt, der forscht und lehrt, der akademisch und
bildungsverpflichtet publiziert, der in Archäologie und Kunstgeschichte
tätig ist, der sich in der akademischen Lehre ebenso engagiert wie in
der musealen Präsentation und zudem einen Wissenschaftsverlag betreibt,
inzwischen eine echte Rarität. Hans-Jürgen Beier ist Hochschullehrer, Direktor eines vielgelobten mitteldeutschen Ortsmuseums und Inhaber eines archäologischen Fachverlages. Die in diesem Buch versammelten dreiunddreißig Aufsätze gleichen einer Widerspiegelung dieser respektheischenden Breite, denn sie entstammen der Ur- und Frühgeschichte, besonders der Jungsteinzeitforschung, der Mittelalterarchäologie, der Geschichte und Archäologie der Neu- und der Neuesten Zeit sowie der Museologie und Denkmalpflege und würdigen in dieser Vielfalt Hans-Jürgen Beier anlässlich seines 60. Geburtstages. |
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| Thomas Kersting: "Erdhütten im Wald: Rotarmisten zwischen Krieg und Frieden 1945" | ||
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| 70
Jahre nach dem Ende des 2.
Weltkrieges wurde der Blick der Brandenburger
Landesarchäologie auf
bislang völlig unbekannte archäologische Relikte
gerichtet, nämlich
„neue“ militärgeschichtliche Funde und
Befunde in brandenburgischen
Wäldern. Gemeldet wurden sie dem Fachamt durch aufmerksame
Ehrenamtliche Mitarbeiter. Eigentlich muss ihr Anblick seit Jahrzehnten
Förstern, Wanderern, Anwohnern und anderen Leuten, die im
Gelände
unterwegs sind, vertraut sein – nur hat bislang
niemand erkannt, dass
es sich um geschichtliche Zeugnisse im Boden und damit um
archäologische Denkmale handelt. Wir erhalten die Kenntnis
davon durch
unsere Ehren amtlichen Beauftragten, also eigentlich ausgebildete
„Hobbyarchäologen mit Ausweis“,
die – wie Sieghardt Wolter aus
Brandenburg an der Havel – im Auftrag des Amtes
landesweit unterwegs
sind und nach archäologischen Fundplätzen aller Art
suchen und sie an
uns melden. Auch ihnen war lange nicht bewusst, dass sich die
Landesarchäologie „neuerdings für so
etwas“ interessiert – immerhin ist
die Archäologie der Neuzeit und sogar der Zeitgeschichte
längst in
Brandenburg angekommen (Kersting 2015). Es bedurfte diverser
Gespräche
und Fundvorlagen im Rahmen des regelmäßigen
Lehrganges für
Ehrenamtliche, bis beiden Seiten klar wurde, worum es dabei geht. Dies
ist auch der Grund dafür, dass hier in Bezug auf die
wissenschaftlich
unverzichtbare Quellenkritik einige Erläuterungen gegeben
werden
müssen, die vor diesem Hintergrund verständlich
werden. So wurde z. B.
Fundmaterial über längere Zeit von verschiedenen
Fundplätzen
angesammelt, das sich heute nicht mehr trennen lässt (dies
betrifft
insbesondere silberne „Wertsachen“), einfach, weil
den Ehrenamtlichen
nicht klar war, das auch für dieses Material und diese
Zeitepoche die
im Lehrgang erlernten Regeln für „normale“
archäologische Fundplätze
gelten. Ihnen als „Einheimischen“ war vertraut, was
in den östlichen
Bundesländern durch die ältere Zeitzeugengeneration
vermitteltes
Allgemeingut ist: „die Russen lagen da hinten im
Wald“ ist ein Spruch,
den hier jeder von seinen Großeltern oder Eltern
gehört hat. In den brandenburgischen Wäldern lagerten große Truppenteile in regelmäßig angelegten Waldlagern aus eingegrabenen traditionellen Blockhäusern (Kersting 2016). |
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| Sichtbarer Befund Hier finden sich stellenweise ganze Gruppen von rechteckigen, heute überwachsenen und z. T. mit Bäumen bestandenen Gruben, von ungefähr drei mal sechs Metern, die noch etwa hüfttief sind und fast immer an einer Schmalseite eine Zugangsrampe haben (Abb. 1). Sie sind meist ganz „militärisch-exakt“ entlang von Waldwegen aufgereiht, oft in mehreren Reihen, manchmal nur wenige, aber auch bis zu mehreren Dutzend oder gar Hunderten an einem Ort (Abb. 2). Diese Eingrabungen sind die Reste von halb eingegrabenen Blockhäusern, im Russischen sog. „semljanka“ (Erdhütte, oder allgemein militärischer Unterstand). Die Ähnlichkeit zu den allgemein aus slawischem Zusammenhang bekannten Grubenhäusern, die hierzulande allerdings mindestens ca. 1.200 Jahre älter sind, ist |
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| zunächst
unübersehbar. Es ist ja auch nicht unwahrscheinlich, ja nahe
liegend, dass die Bautradition aus derselben Quelle schöpft.
In
(seltenen) zeitgenössischen Fotos wie auch im
archäologischen
Befund ist allerdings zu sehen, dass neben der Blockbaukonstruktion
auch stabilisierende Pfosten eingesetzt wurden, manchmal stecken sie im
Einzelfall sogar noch heute halb vergangen in ihren
Pfostenlöchern, wie bisweilen zu beobachten ist. Auch benutzte
man
aufrecht stehende Bäume zur Verankerung der Konstruktionen mit
großen Eisenkrampen, wie sie noch in situ vorhanden sein
können oder beim Fundmaterial auftreten. Diese Anlagen wurden
offenbar „nach Dienstvorschrift“ errichtet; denn in
einem
militärischen Handbuch von damals, dem „Sputnik
partisana“ („Begleiter des Partisanen“,
der im
russischen Internet aufgetrieben werden konnte), gibt es eine
Konstruktionszeichnung dazu, die den heutigen Resten gut entspricht.1
Praktisch also schon ohne Ausgrabung zu sehen sind die exakten Grenzen
der Erdhütte, ihr Eingang an der Schmalseite und ihre
abgestufte
Innengliederung. In den Längs- und Querprofilen mehrerer
Sondage-Grabungen war dies noch besser nachzuvollziehen, dazu kommen
weitere Einzelheiten wie die Pfostenstellungen im Eingangsbereich und
in der Mitte der Längsseiten. Die Verbreitung dieser
„Waldlager“ ist derzeit vor allem in Nordwest- und
West-
Brandenburg sowie nördlich und östlich von Berlin
nachgewiesen, wobei unklar ist, wie viele Stellen sich noch unentdeckt
im Wald befinden (Abb. 3). |
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| Die
Eingrabungen
sind sehr markant und recht einheitlich, sowohl in der Art der
Konstruktion der einzelnen als auch in der Art ihrer Gruppierung: fast
immer strikt linear an vorhandenen Waldwegen und in streng parallelen
Reihen, bei größeren Anlagen auch in Gruppen, denen
kleinere
Gruben zugeordnet sind. Daher lassen sie sich in situ und im Digitalen
Geländemodell relativ sicher von ähnlichen
Eingrabungen
militärischer Natur unterscheiden, die in den Brandenburger
Wäldern nicht selten sind, wie Geschützstellungen,
eingegrabene Fahrzeugstandorte u. a. m. Dabei ist auch ein
möglicherweise zu vermutender Zusammenhang dieser Eingrabungen
mit
(älteren und jüngeren)
Truppenübungsplätzen, an
denen Brandenburg ja reich ist, auszuschließen; sie liegen
alle
außerhalb der bekannten Orte, und das umgebende Waldgebiet
ist in
allen Fällen völlig ungestört und
unberührt, wie
sich nicht zuletzt im Digitalen Geländemodell beobachten
lässt; außerhalb von Wald sind solche Anlagen nicht
bekannt.
Da Wald hierzulande fast zu 100 % auch unebenes, welliges, ja
hügeliges Gelände bedeutet, ist damit gleichzeitig
die
Platzwahl beschrieben: praktisch immer in Hanglage, häufig am
Fuße desselben in der Nähe des inneren Waldrandes,
offenbar
um den Blick ins freie Feld (in der Nähe) zu haben. Der
Fundplatzkatalog umfasst die derzeit von Ehrenamtlichen erkannten und
gemeldeten Plätze, die meistens zusätzlich durch
einschlägiges Fundmaterial abgesichert sind, sowie weitere,
die
„am Bildschirm“ entdeckt wurden und mit an
Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit dazu gehören. Dadurch, dass seit
über einem Jahr intensiv nach solchen Standorten gesucht wird,
ihr
Erscheinungsbild / Steckbrief allen Ehrenamtlichen und den Unteren
Denkmalschutzbehörden bekannt gemacht wurde, hat sich ihre
Anzahl
zwar bedeutend erhöht, nicht aber ihr brandenburgweit
ungleiches
Verteilungsbild. Fundmaterial Die Brandenburgische Landesarchäologie besitzt seit neuestem zahlreiche Funde aus diesen Waldlagern der Roten Armee von 1945, wo offenbar Alltagsgegenstände, Ausrüstungsteile etc. zurückgelassen wurden. In diesen „Waldlagern“ (die Begriffsprägung erfolgte in Anlehnung an den bekannten militärischen Begriff „Feldlager“) fand der Alltag der Rotarmisten statt, abseits der vielleicht noch andauernden Kampfhandlungen um die „Reichshauptstadt“ – und sicher auch noch eine Zeitlang danach. Dort finden sich einerseits relativ wenige militärische Objekte, Abzeichen und Orden, Schilder, technische Gegenstände, selten mal ein Helm oder Fahrzeug- und Waffenteile. Andererseits sind die zu den Baulichkeiten und zum täglichen Leben gehörigen Gegenstände häufiger: Werkzeug, Tür- und Fensterbeschläge, „Einrichtung“ wie z. B. aus Geschosshülsen gebastelte Lampen, Bleche aller Art, militärische Essgeschirre sowie Kannen, Becher, Töpfe, Besteck und vieles anderes mehr. Manches ist mit eingeritzten kyrillischen Inschriften versehen, dabei handelt es sich offenbar um individuelle, eigene Gebrauchsgegenstände wie Löffel oder Essge schirre. Kleine Aluminiumschilder mit Namen waren wohl am Pferdezaumzeug angebracht, denn sie tragen rührenderweise offenbar Pferdenamen. Anderes, anscheinend angeeignetes Material ist teilweise mit eingeritzten Sowjetsternen überprägt. Man hatte sich dafür eigens Schablonen aus starkem Blech hergestellt (Abb. 4). Typischerweise werden dabei z. B. Hakenkreuze auf Wehrmachts- Koppelschlössern ausgelöscht, die man dann selber trug, wie auf Fotos aus der Zeit zu sehen ist. Auch werden Sowjetsterne häufig aus Blechen ausgestanzt oder ausgesägt. Was man damit gemacht hat, ist unklar. Hat man sie getragen, verschenkt oder vielleicht nur zum Zeitvertreib angefertigt? Hinzu kommt auch regelmäßig ziviles Material, es reicht von Fahrradteilen und abmontierten Bad-Armaturen wie Wasserhähnen und Duschköpfen über zahlreiche Reste von Uhren bis hin zu allen möglichen Wertsachen (Silberbesteck, Rasier- und Feuerzeug, Zigarettenetuis, Schmuck) (Abb. 5) und anderen Kleinobjekten, die offensichtlich von der Zivilbevölkerung stammen. Auch Porzellan gehört hin und wieder dazu, gläserne Bierseidel mit Zinndeckel, aber auch Bügeleisen, Bruchstücke von Musikinstrumenten sowie von Grammophon-Schalltrichtern und Schallplatten. Auch Relikte des Nazi-Regimes sind vorhanden: Abzeichen wie Orden oder Mutterkreuze bis hin zu (wie erwähnt) Koppelschlössern der Wehrmacht. Dass die Funde in die Zeit um das Kriegsende gehören, bezeugen deutsche, polnische und selten auch sowjetische Münzen mit Prägedaten der 30er und 40er Jahre sowie ein kyrillisch beschriftetes Schild mit dem Datum 22.4.1945. Die Funde, offensichtlich u. a. aussortierte „Kriegsbeute“, die mit Inschriften versehenen Alltagsgegenstände, die selbst hergestellten (aber auch regulären) Ausrüstungsteile sowie die Reste der Unterkünfte selber, mit offenbar in der Umgebung requiriertem Zubehör (z. B. Türbeschläge und anderes mehr) werfen eine Vielzahl von Fragen auf, von denen die wenigsten schon beantwortet werden können. Wahrscheinlich verbleiben in den Wäldern nur Reste, die keinen Wert mehr hatten (und die wir heute finden), nachdem die Bevölkerung der umliegenden Dörfer sich nach Abzug der Truppen alles, was noch halbwegs brauchbar war – u. a. sicher vor allem das Bauholz – (zurück)geholt hatte (vgl. dazu Stieger 2015). Quellenkritisch ist zu den Funden anzumerken, dass sie auffälligerweise fast ausschließlich aus Metall bestehen – im Gegensatz zu allen anderen „herkömmlichen“ archäologischen Perioden. Ohne Zweifel liegt das auch an speziellen Vorlieben und der Vorgehensweise der Ehrenamtlichen Metallsucher, die z. B. „kaputtes“ Porzellan uninteressant finden. Jedoch haben auch die Sondagegrabungen anderes, nicht metallisches Material nur in geringem Umfang zutage gefördert. Aber es gibt natürlich vereinzelt auch Porzellan und Glas, offensichtlich aus zivilen Haushalten und vom Reichs=Arbeitsdienst, während die Rote Armee regulär offenbar nur Blech- / Emailgeschirr mit sich führte. Hier spielten also die Vorlieben und Interessen der Ehrenamtlichen eine Rolle als Fund-Auswahl filter, bevor ihnen klargemacht wurde, dass für die Landesarchäologie alles Fundmaterial von Interesse ist. |
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| Jubiläumsjahr 70 Jahre
Kriegsende Im Zuge des Jubiläums „70-Jahre-Kriegsende“ im vergangenen Jahr sind diese Funde natürlich besonders aktuell. Die Reaktion der Öffentlichkeit war entsprechend, der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete mehrfach, ebenso wie DPA sowie die Märkische Allgemeine und andere Print-Medien; nicht zuletzt nutzte der bekannte Wissenschafts-Journalist Guido Knopp für seine Produktion „Die Stunde Null“ für den TV-Sender Phoenix die Möglichkeit, aktuelle Ausgrabungsszenen zu drehen. Wir kennen – erst seit dem Jahr 2014 – mittlerweile schon über 60 solche „Waldlager“, viele davon haben auch schon Funde geliefert. Viele dieser Stellen werden auch wohl schon seit Jahren von illegalen Metallsuchern aufgesucht, wobei offensichtlich Orden mit Hakenkreuzen besonders attraktive Suchobjekte sind. Damit verbunden ist natürlich, dass diese Stellen unsystematisch „geplündert“ und zerstört werden, bevor die Landesarchäologie sie als Denkmale eingeordnet und unter Schutz gestellt hat. Auch Zerstörungen durch die normale Wald-Bewirtschaftung finden bereits statt – wenn der Forstpflug erst einmal ein solches Lager „überfahren“ hat, ist alles kaputt. Wir haben also keinen Anlass, die Erforschung der Zukunft zu überlassen, dann gibt es vielleicht bald nichts mehr zu erforschen – das gilt natürlich grundsätzlich für alle archäologischen Bodendenkmale: erst wenn wir eine neue Denkmalkategorie (wie jetzt die Waldlager der Roten Armee) einigermaßen gut kennen, können wir sie auch begründet unter Schutz stellen, um sie für die Zukunft zu erhalten. Historische Hintergründe Die neuen Funde und Befunde stammen aus dem historischen Moment des „Kampfes um Berlin“. In den Brandenburger Wäldern finden sich heute als archäologische Funde die Spuren und Hinterlassenschaften des „kleinen Mannes“, die von einer Zeit erzählen, die von Kampf und Gewalt geprägt war, von Aneignung und Auslöschung, Überwindung und Überprägung im Großen wie im Kleinen, im konkret physischen Sinne wie auch im symbolisch-weltanschaulichen Zusammenhang. Dies illustrieren eindrucksvoll Fundstücke wie Wehrmachts-Koppelschlösser mit ausgelöschtem Hakenkreuz und darüber eingeritztem Sowjetstern, und überhaupt die sehr zahlreichen, aus Blechen ausgesägten, ausgefeilten, ausgestanzten Sowjetsterne – sie stehen anscheinend für das ausgeprägte Bedürfnis der Soldaten, sich zur eigenen Selbstvergewisserung mit ihrem Sieges-Symbol zu schmücken, und es auch der Kriegsbeute aufzuprägen. Das Ganze stellt ein hochinteressantes Material dar, das man als Zeugnis von Aneignung und Überwindung deuten kann, und dies sowohl ganz konkret als auch im übertragenen Sinne – war doch der Rotarmist über Jahre auf die Überwindung und Vernichtung des Nazi-Regimes trainiert und auch psychologisch vorbereitet worden. Zu diesem Zweck war er hierher bis nach Berlin gekommen und hatte dabei unmenschliche Strapazen und Leiden auf sich nehmen müssen – wofür sich diejenigen, die es bis hierher „geschafft“ hatten, sich am militärischen Gegner wie auch an der Zivilbevölkerung glaubten entschädigen zu dürfen. Diese Vorgänge sind durch Zeitzeugen und Geschichtsforschung ausführlich überliefert und erforscht. Über die zeitweise Unterbringung umfangreicher Truppen im Wald jedoch scheint es von Seiten der historischen Forschung so gut wie nichts zu geben, jedenfalls soweit man derzeit mit herkömmlichen und digitalen Methoden recherchieren kann. Es muss ja z. B. nachvollziehbare, belegbare militärische Entscheidungen geben, die Truppen – offenbar vorübergehend – in die Wälder zu legen, doch diese militärische Quellengattung entzieht sich derzeit unserem Zugriff. Es lag nahe, das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst als Sachwalter der Geschichte der Roten Armee auf deutschem Boden um Mithilfe zu bitten, ebenso wie die Kollegen und Kolleginnen vom Institut für Zeitgeschichte München / Berlin. Das Buch „Iwans Krieg“ der britischen Historikerin Catherine Merridale informiert immerhin, aber nur allgemein auf der Basis von authentischen Aussagen von Zeitzeugen über die Rahmenbedingungen. Hier findet sich aber ein aufschlussreiches Foto vom Bau einer sog. Semljanka durch reguläre sowjetische Truppen 1943, noch auf russischem Boden (Merridale 2006, S. 191). Man sieht, wie zweckmäßig ausgerüstete Soldaten im Wald mit den gefällten Bäumen eine massive, halb eingetiefte Blockhütte errichten, die in allen erkennbaren Details unseren Befunden entspricht. Auch im „Deutschland-Tagebuch 1945–1946“ des ehemaligen Rotarmisten Wladimir Gelfand findet sich einiges zur Situation und den Lebensumständen der einfachen Soldaten zu dieser Zeit (Gelfand 2008). Er berichtet weniger von den Unterständen, dafür z. B. umso mehr von den allseits bekannten Bemühungen des Rotarmisten um die „Organisierung“ von Uhren und Fahrrädern – beides dank seiner Foto-Leidenschaft als gutaussehender junger Offizier in sehr aussagekräftigen Bildern dokumentiert.2 Forschungsprobleme Offene Fragen, die in der nächsten Zeit auch mit Hilfe der Historiker-Kollegen erforscht werden müssen, sind z. B.: – Warum legte man diese Waldlager an? Eventuell, um Konfrontationen mit der Zivilbevölkerung in der Stadt aus dem Wege zu gehen? – Wie kommt die so ungleichgewichtige Verteilung in Brandenburg zustande? Interessanterweise finden sie sich nicht nur östlich von Berlin, also in der Hauptstoßrichtung der 1. Weißrussischen Front, sondern häufig auch nordwestlich von Berlin in Richtung Elbe. Im Süden Berlins, wo von Südosten die 1. Ukrainische Front heranrückte, sind solche Waldlager bislang nicht bekannt. Der Grund für die Verteilung wird doch wohl kaum in den unterschiedlichen Trägern des Vormarsches liegen – Weißrussische Front im Norden, Ukrainische Front im Süden? – Warum wurden die z. T. nicht ganz wertlosen Dinge „aussortiert“ und zurückgelassen? Geschah dies auf Befehl? – Warum findet man so viel improvisierte, selbst hergestellte Ausstattung? Offenbar war die Rote Armee, was nicht verwundert, am Ende ihrer Möglichkeiten. – Wie kommt es, dass es neben der Dienstvorschrift des „Sputnik partisana“ identische Kon struktionszeichnungen in der zeitgenössischen deutschen Dienstanweisung für den Winterkrieg von 1942 gibt (Taschenbuch für den Winterkrieg 1942, S. 78)? Ist dies ein Zeugnis der intensiven Zusammenarbeit zwischen Reichswehr und Roter Armee zwischen 1918 und 1933? Immerhin gibt es Parallelen zu „unseren“ eindeutig mit der Roten Armee verbundenen Befunden aus weit entfernten Arealen, wo dies auszuschließen ist, so aus Erding in Bayern im Umfeld des dortigen großen Zwangsarbeiterlagers (Irlinger 2015) oder im Umfeld des „Reichs-Erntedankfeldes“ am Bücke berg (Mitteilung Landes archäologie Niedersachsen). Andere Eingrabungen, wie z. B. durch die Amerikaner unter Kampfbedingungen im Rheinland, sehen anders aus (Wegener 2014). – Wie lange bestanden diese Waldlager? Angesichts des „improvisierten“ Charakters werden die meisten wohl nur 1945 genutzt worden sein, doch gibt es Luftbilder der ersten systematischen sowjetischen Befliegung von 1953,3 die (soweit zu beurteilen) intakte Strukturen zeigen, insbesondere Zeltlager. Trotz – oder auch gerade wegen – der offenen Fragen präsentiert vom 22. April bis 24. Juli 2016 eine Sonderausstellung im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster in Brandenburg a. d. Havel mit dem Titel „Zwischen Krieg und Frieden“ in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst, der Gedenkstätte Seelower Höhen und dem Museum Festung Küstrin in Polen die neu entdeckten Hinterlassenschaften der Roten Armee. Bei allen genannten Partnern wird die Ausstellung im Anschluss zu sehen sein. |
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| Между войной и миром.
Лесные лагеря Красной армии в Бранденбурге 1945 г. Более чем через семьдесят лет после окончания войны в бранденбургских лесах были обнаружены предметы, относящиеся ко времени капитуляции Германии в мае 1945 года. Строго следуя военным предписаниям, вдоль лесных дорог здесь строили землянки. Их остатки сохранили следы повседневной жизни красноармейцев: снаряжение, значки, именные бирки, столовую посуду и приборы, фляги и превращённые в светильники гильзы, некоторые с надписями кириллицей. Пряжки ремней вермахта, на которых свастики были стёрты и заменены советскими звёздами, свидетельствуют о стремлении украсить себя символом победы. Предметы гражданского происхождения — украшения, часы, водопроводные краны, детали велосипедов — подтверждают известные рассказы о том времени. Эти находки говорят о присвоении и преодолении и в конкретном, и в символическом смысле и ставят множество вопросов: исследование только началось. Literatur Gelfand 2008 – Wladimir Gelfand, Deutschland-Tagebuch 1945–1946. Aufzeichnungen eines Rotarmisten, hrsg. von Elke Scherstjanoi, Berlin 2008. Irlinger 2015 – Walter Irlinger, Dokumentation, Erfassung und öffentliche Darstellung der KZ und KZ-Aussenlager in Bayern. In: Ursula Schädler-Saub, Angela Weyer (Hrsg.), geteilt vereint! Denkmalpflege in Mitteleuropa zur Zeit des Eisernen Vorhangs und heute (ICOMOS Hefte des Deutschen Nationalkomitees 59 = Schriften des Hornemann-Instituts 16), Petersberg 2015, S. 207–216. Kersting 2015 – Thomas Kersting, Orte der Zeitgeschichte im Fokus der Landesarchäologie Brandenburg. In: Blickpunkt Archäologie 3 (2015), S. 193–199. Kersting 2016 – Thomas Kersting, Neue Bodendenkmale: Waldlager der Roten Armee 1945. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2014 (im Druck). Merridale 2006 – Catherine Merridale, Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939–1945, Frankfurt a. M. 2006. Stieger 2015 – Klaus Stieger, Militärische Geheimnisse im Müncheberger Stadtwald (Teil 1). In: Märkisch Oderland Jahrbuch 2016, Seelow 2015, S. 31–33. Taschenbuch für den Winterkrieg 1942 – Taschenbuch für den Winterkrieg. Gekürzte Ausgabe vom 1. September 1942, Berlin 1942. Wegener 2014 – Wolfgang Wegener, Amerikanische und deutsche Feldstellungen im Hürtgenwald, Kreis Düren. In: Jürgen Kunow (Hrsg.), Archäologische Kriegsrelikte im Rheinland (Führer zu archäologischen Denkmälern im Rheinland 5), Essen 2014, S. 216–222. |
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| 1 http://survivalbook.ru/biblioteka-vyzhivalshhika/sputnik-partizana/#ixzz3tug4GT00
(letzter Zugriff: 9. Jan. 2016). 2 Vgl. http://www.gelfand.de/deutsch.html (letzter Zugriff 9. Jan. 2016). 3 Luftbilder Befliegung von 1953: Copyright LGB Brandenburg (Landesbetrieb Geobasisinformation Potsdam). |
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| Anschrift Dr. Thomas Kersting Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum Wünsdorfer Platz 4–5 D-15806 Zossen OT Wünsdorf E-Mail: thomas.kersting@bldam-brandenburg.de |
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Thomas Kersting Erdhütten im Wald: Rotarmisten zwischen Krieg und Frieden 1945 |

© Leipziger
Universitätsverlag GmbH und AVA – Akademische
Verlagsanstalt GmbH
© 2017 Academia
Ханс-Юрген Байер
Преподавание — собирание — публикация
Сборник статей к 60-летию Ханса-Юргена Байера
Сведения об издании: книга в твёрдом переплёте, 573 страницы и один CD-ROM; издательство Leipziger Universitätsverlag, 1-е издание от 10 ноября 2016 года; язык — немецкий; ISBN-10: 3865839800; ISBN-13: 978-3865839800; габариты: 18,2 × 4 × 24,7 см; материалы для предварительного просмотра — оглавление; цена — 59,00 евро.
Под редакцией Йонаса Берана, Ральфа Айнике, Фолькера Шимпфа, Карин Вагнер и Томаса Вебера.
Ханс-Юрген Байер принадлежит к числу учёных-универсалов, которые в условиях всё большей специализации науки становятся настоящей редкостью. Он занимается поиском и сохранением источников, исследованиями и преподаванием, публикует научные и просветительские труды, работает в области археологии и истории искусства, участвует как в университетском обучении, так и в музейных проектах, а также руководит научным издательством. Байер — преподаватель высшей школы, директор получившего признание краеведческого музея в Центральной Германии и владелец специализированного археологического издательства. Тридцать три статьи, собранные в этом томе к его шестидесятилетию, отражают впечатляющую широту его интересов: они посвящены первобытной и ранней истории, прежде всего исследованию неолита, средневековой археологии, истории и археологии Нового и Новейшего времени, музееведению и охране памятников.
Томас Керстинг
Землянки в лесу: красноармейцы между войной и миром, 1945 год
Введение
Спустя семьдесят лет после окончания Второй мировой войны внимание археологической службы Бранденбурга привлекли до того совершенно неизвестные археологические остатки — «новые» находки и объекты военной истории в бранденбургских лесах. О них сообщили ведомству наблюдательные внештатные сотрудники. На самом деле эти сооружения на протяжении десятилетий наверняка видели лесники, туристы, местные жители и другие люди, бывавшие в лесу. Однако до сих пор никто не распознал в них сохранившиеся в земле исторические свидетельства, а значит, археологические памятники. Сведения о них мы получили от наших общественных уполномоченных — по существу подготовленных «археологов-любителей с удостоверением». Такие люди, как Зигхардт Вольтер из Бранденбурга-на-Хафеле, по поручению ведомства объезжают землю Бранденбург, разыскивают археологические объекты самых разных эпох и сообщают нам о них.
Долгое время даже эти сотрудники не знали, что земельная археологическая служба «теперь интересуется и такими вещами». Между тем археология Нового времени и даже современности уже давно стала частью исследований в Бранденбурге (Kersting 2015). Понадобилось несколько бесед и демонстраций находок во время регулярных учебных занятий для добровольцев, прежде чем обе стороны пришли к общему пониманию. Поэтому здесь необходимо также сказать несколько слов о критике источников, без которой невозможна научная работа. Например, находки из разных мест в течение длительного времени складывались вместе, и теперь уже невозможно установить их происхождение; особенно это касается серебряных «ценностей». Добровольцы просто не осознавали, что правила, которым их учили применительно к «обычным» археологическим памятникам, в полной мере относятся и к материалам столь недавнего времени.
Местным жителям было хорошо известно то, что в восточных федеральных землях Германии передаётся из поколения в поколение от старших очевидцев: фразу «а там, в лесу, стояли русские» многие слышали от родителей и дедов. Крупные воинские подразделения размещались в бранденбургских лесах в лагерях с регулярной планировкой, состоявших из традиционных, частично углублённых в землю бревенчатых построек (Kersting 2016).
Видимые следы
В некоторых местах встречаются целые группы прямоугольных ям. Сегодня они заросли растительностью, иногда прямо в них растут деревья; их размеры составляют примерно три на шесть метров, глубина — приблизительно до пояса человека. Почти всегда с одной короткой стороны имеется спуск-вход (рис. 1). Обычно эти углубления располагаются вдоль лесных дорог с «военной точностью», нередко несколькими рядами. Где-то их всего несколько, а в иных местах насчитываются десятки и даже сотни (рис. 2).
Эти углубления представляют собой остатки частично заглублённых бревенчатых укрытий — того, что по-русски называется «землянками» (земляными жилищами или, в более широком смысле, военными укрытиями).
Сходство с хорошо известными археологам полуземлянками славянского времени сразу бросается в глаза, хотя местные древние сооружения старше по меньшей мере примерно на 1200 лет. Вполне вероятно, что строительная традиция восходит к одному и тому же источнику. Однако редкие фотографии того времени и археологические наблюдения показывают, что, помимо бревенчатой конструкции, использовались опорные столбы. В отдельных случаях в столбовых ямах ещё сохраняются частично сгнившие деревянные стойки. Для крепления построек использовали и живые деревья, к которым элементы конструкции прикрепляли крупными железными скобами: некоторые скобы остаются на прежнем месте, другие найдены среди предметов.
По-видимому, эти укрытия строились «по уставу». В военном руководстве того времени «Спутник партизана», найденном в русском сегменте интернета, имеется строительный чертёж, почти точно соответствующий сохранившимся остаткам сооружений¹.
Поэтому даже без раскопок можно различить точные границы землянки, вход с короткой стороны и ступенчатое устройство её внутреннего пространства. Несколько пробных раскопок сделали эту картину ещё яснее, показав продольные и поперечные разрезы и выявив дополнительные детали — в том числе места столбов у входа и посередине длинных стен.
Пока удалось установить распространение этих «лесных лагерей» прежде всего в северо-западной и западной частях Бранденбурга, а также к северу и востоку от Берлина. Сколько подобных памятников всё ещё скрывается в лесах, неизвестно (рис. 3).
Рис. 1. Остатки землянки в Грюнефельде, район Хафельланд (фото Т. Керстинга).
Рис. 2. Цифровая модель рельефа лесного лагеря в Грюнефельде, район Хафельланд (Центр археологической документации BLDAM, LGB Brandenburg). Цветная версия изображения помещена на компакт-диске, прилагаемом к книге.
Рис. 3. Карта лесных лагерей в Бранденбурге (Центр археологической документации BLDAM). Цветная версия приведена на компакт-диске, прилагаемом к книге.
Землянки имеют весьма характерный и единообразный вид — как по конструкции каждой отдельной постройки, так и по расположению групп: они почти всегда выстроены по прямой вдоль существующих лесных дорог и образуют строго параллельные ряды. Более крупные комплексы иногда разделяются на группы, рядом с которыми имеются небольшие ямы. Благодаря этому их можно относительно надёжно отличить и на местности, и по цифровым моделям рельефа от других военных земляных сооружений, часто встречающихся в лесах Бранденбурга, например артиллерийских позиций и укрытий для техники.
Можно исключить и связь с прежними либо более поздними военными полигонами, которых в Бранденбурге много. Все лагеря находятся вне известных полигонов, а окружающая лесная территория во всех случаях в остальном совершенно не нарушена — это видно и на цифровых моделях рельефа. За пределами леса такие комплексы неизвестны. Поскольку здешние леса почти всегда занимают неровную, холмистую местность, этим определяется и выбор расположения: лагеря практически всегда размещены на склонах, нередко у их подножия, ближе к внутренней границе леса, по-видимому, с возможностью наблюдать за прилегающими открытыми полями.
В современный перечень входят объекты, распознанные и зарегистрированные добровольцами, как правило подтверждённые соответствующими находками, а также другие места, обнаруженные «на экране» и почти наверняка относящиеся к тому же типу. Более года напряжённых поисков и ознакомление всех добровольцев и местных органов охраны памятников с характерными признаками этих объектов значительно увеличили число известных лагерей, но нисколько не изменили картину их поразительно неравномерного распространения по Бранденбургу.
Находки
В распоряжение археологической службы Бранденбурга в последнее время поступило множество находок из лесных лагерей Красной армии 1945 года, где, очевидно, остались предметы повседневного быта, снаряжение и другие вещи. В этих «лесных лагерях» — название образовано по аналогии с привычным военным термином «полевой лагерь» — протекала повседневная жизнь солдат вдали от боёв за «столицу рейха», которые тогда ещё, возможно, продолжались, и, несомненно, ещё некоторое время после них.
Собственно военных предметов здесь сравнительно немного: знаки различия и награды, таблички, технические детали, изредка каски, части транспортных средств или оружия. Зато чаще встречаются вещи, связанные с устройством укрытий и повседневной жизнью: инструменты, дверная и оконная фурнитура, элементы «обстановки», например лампы, изготовленные из гильз, разнообразные листы металла, солдатские котелки, кувшины, чашки, кастрюли, столовые приборы и многое другое.
На некоторых предметах процарапаны надписи кириллицей. Вероятно, это были личные бытовые вещи, например ложки и котелки. Небольшие алюминиевые бирки с именами, по всей видимости, крепились к конской сбруе: трогательно, что на них, кажется, записаны клички лошадей.
На других предметах, по-видимому присвоенных, поверх прежней символики процарапаны советские звёзды. Для этого из толстого листового металла изготавливали специальные трафареты (рис. 4). Типичный пример — пряжка ремня вермахта, со стёртой свастикой, которую затем носил советский солдат, как показывают фотографии тех лет. Советские звёзды также часто вырубали или выпиливали из металлических листов. Для чего их делали, неясно: носили ли сами, дарили или просто изготовляли, чтобы скоротать время?
Регулярно встречаются и предметы гражданского происхождения. Среди них детали велосипедов и снятая сантехника — водопроводные краны и душевые лейки, многочисленные остатки часов, всевозможные ценности: серебряные столовые приборы, принадлежности для бритья, зажигалки, портсигары и украшения (рис. 5), — а также другие мелкие вещи, явно происходившие из имущества гражданского населения. Изредка попадается фарфор, стеклянные пивные кружки с оловянными крышками, утюги, части музыкальных инструментов, раструбы граммофонов и пластинки.
Сохранились и предметы, связанные с нацистским режимом: значки и награды, включая «Материнские кресты», а также уже упомянутые пряжки ремней вермахта.
Датировку находок периодом около окончания войны подтверждают немецкие, польские и, реже, советские монеты чеканки 1930–1940-х годов, а также табличка с надписью кириллицей и датой 22 апреля 1945 года.
Эти находки — по всей видимости, выброшенные «военные трофеи», предметы быта с надписями, самодельное и штатное снаряжение, остатки самих укрытий с фурнитурой, очевидно изъятой поблизости, например дверными деталями, — вызывают множество вопросов, на которые пока почти нет ответов. Вероятно, в лесу оставалось лишь то, что утратило ценность, — именно это мы сегодня и находим. После ухода войск жители соседних деревень, скорее всего, забрали всё ещё пригодное к использованию, прежде всего строительный лес (см. Stieger 2015).
С точки зрения критики источников примечательно, что находки почти исключительно металлические, в отличие от материалов всех остальных «обычных» археологических эпох. Несомненно, здесь сказываются и пристрастия, и методы добровольцев с металлоискателями, для которых «битый» фарфор может не представлять интереса. Однако и пробные раскопки дали лишь немного неметаллических предметов. Встречаются единичные образцы фарфора и стекла из гражданских хозяйств и Имперской службы труда, тогда как Красная армия, по-видимому, обычно пользовалась металлической или эмалированной посудой. Таким образом, интересы добровольцев сначала выступали своего рода фильтром отбора — пока им не объяснили, что государственная археологическая служба заинтересована во всех категориях находок.
Рис. 4. Пряжки ремней и трафарет звезды (фото Т. Керстинга).
Рис. 5. Подборка серебряных ценностей (фото Т. Керстинга).
Семидесятилетие окончания войны
В связи с отмечавшимся в предыдущем году семидесятилетием окончания войны эти находки, естественно, оказались особенно актуальными. Соответственно велик был и общественный отклик. О них неоднократно рассказывала телерадиокомпания Rundfunk Berlin-Brandenburg; сообщения распространяло Германское информационное агентство DPA, писали газета Märkische Allgemeine и другие печатные издания. Известный популяризатор науки Гвидо Кнопп также воспользовался возможностью снять современные археологические раскопки для своего фильма «Нулевой час» (Die Stunde Null), подготовленного для телеканала Phoenix.
Только начиная с 2014 года стало известно более шестидесяти таких лесных лагерей, и многие уже дали находки. Вероятно, целый ряд этих мест на протяжении многих лет посещали незаконные поисковики с металлоискателями, которых особенно привлекают награды со свастикой. Поэтому ещё до того, как государственная археологическая служба успевает определить статус памятников и взять их под охрану, лагеря бессистемно «разграбляются» и разрушаются. Ущерб наносит и обычное лесное хозяйство: достаточно лесохозяйственному плугу пройти через такой лагерь, чтобы следы оказались уничтожены.
Поэтому нет оснований откладывать исследования на будущее: вскоре исследовать может быть просто нечего. Это относится к археологическим памятникам вообще. Лишь достаточно хорошо изучив новый тип памятников — например такие лесные лагеря Красной армии, — мы можем обоснованно требовать его защиты и обеспечить его сохранение для будущих поколений.
Исторический контекст
Новые находки и археологические объекты относятся к историческому моменту «битвы за Берлин».
Сегодня в лесах Бранденбурга в виде археологических находок сохраняются следы пребывания и вещи «обычного человека». Они рассказывают о времени, определявшемся боевыми действиями и насилием, присвоением и стиранием прежних символов, преодолением и нанесением новых знаков — как в большом, так и в малом масштабе, как в буквальном материальном, так и в символическом, идеологическом смысле.
Это особенно ярко видно по таким предметам, как пряжки ремней вермахта, на которых стирали свастики и процарапывали советские звёзды, а также по множеству советских звёзд, вырезанных, выпиленных, выбитых или вырубленных из листового металла. Кажется, они свидетельствуют о сильной потребности солдат украсить себя символом собственной победы как знаком самоутверждения и одновременно нанести этот знак на военные трофеи.
Поэтому эти материалы представляют исключительный интерес как свидетельства присвоения и преодоления — в прямом и переносном смысле. На протяжении многих лет красноармеец проходил военную и психологическую подготовку к преодолению и уничтожению нацистского режима. Ради этого он дошёл до Берлина, пережив нечеловеческие тяготы и страдания. Те, кто сумел «дойти до конца», считали себя вправе получить возмещение за счёт как военного противника, так и гражданского населения.
Эти процессы широко засвидетельствованы очевидцами и подробно исследованы историками. Однако историческая наука, насколько позволяют судить обычные и электронные способы поиска, почти ничего не сообщает о временном размещении крупных воинских подразделений в лесах. Между тем должны были существовать поддающиеся выявлению и документированию военные решения о размещении войск — очевидно, временном — в лесной местности, но соответствующие военные источники пока нам недоступны. Поэтому было естественно обратиться за помощью в Германо-Российский музей Берлин-Карлсхорст, хранящий историю Красной армии на немецкой земле, а также к коллегам из Института современной истории в Мюнхене/Берлине.
Некоторые сведения — хотя и весьма общие, основанные на подлинных свидетельствах очевидцев, — можно найти в книге британского историка Кэтрин Мерридейл «Война Ивана» (Ivan’s War). Там приведена примечательная фотография: регулярные советские войска строят землянку в 1943 году, ещё на советской территории (Merridale 2006, с. 191). На ней видно, как хорошо экипированные солдаты в лесу сооружают из срубленных деревьев прочное, частично заглублённое бревенчатое укрытие, которое во всех различимых деталях соответствует бранденбургским находкам.
Сведения о положении и бытовых условиях рядовых солдат в то время можно найти и в книге Владимира Гельфанда «Германия. Дневник 1945–1946» (Gelfand 2008). Об устройстве укрытий он рассказывает меньше, зато гораздо больше пишет, например, о хорошо известных попытках красноармейцев «организовать» часы и велосипеды. Эти занятия особенно наглядно отражены на выразительных фотографиях: Гельфанд был красивым молодым офицером, страстно увлекавшимся фотографией².
Вопросы для дальнейшего исследования
Среди вопросов, которые необходимо исследовать в ближайшее время, в том числе с помощью коллег-историков, остаются следующие:
— Зачем создавались эти лесные лагеря? Возможно, чтобы избежать столкновений с гражданским населением городов?
— Чем объясняется столь неравномерное распределение лагерей по Бранденбургу? Примечательно, что они встречаются не только восточнее Берлина, на главном направлении наступления 1-го Белорусского фронта, но и довольно часто к северо-западу от города, в сторону Эльбы. Южнее Берлина, где с юго-востока наступал 1-й Украинский фронт, такие лесные лагеря до сих пор неизвестны. Неужели распределение можно объяснить только тем, какие войска наступали на соответствующем участке: Белорусский фронт на севере и Украинский — на юге?
— Почему вещи, иногда вовсе не бесполезные, «отбраковывали» и оставляли? Происходило ли это по приказу?
— Почему обнаруживается так много самодельного, импровизированного снаряжения? По-видимому, Красная армия, что неудивительно, действовала на пределе своих материальных возможностей.
— Как объяснить, что наряду с предписаниями в «Спутнике партизана» совершенно такие же строительные чертежи приводятся в немецком «Карманном руководстве по зимней войне» 1942 года (Taschenbuch für den Winterkrieg 1942, с. 78)? Не является ли это свидетельством тесного сотрудничества рейхсвера и Красной армии в 1918–1933 годах? Однако имеются и параллели с «нашими» объектами, однозначно связанными с Красной армией, в отдалённых местах, где такое объяснение исключено. Например, подобные сооружения обнаружены в Эрдинге (Бавария), поблизости от крупного лагеря принудительного труда (Irlinger 2015), и в районе «Поля имперского праздника урожая» на горе Бюккеберг (сообщение земельной археологической службы Нижней Саксонии). Другие заглублённые позиции, например созданные американскими войсками в условиях боёв в Рейнской области, выглядят иначе (Wegener 2014).
— Как долго существовали эти лесные лагеря? Судя по их «временному», импровизированному характеру, большинство, вероятно, использовалось лишь в 1945 году. Но на аэроснимках первой систематической советской съёмки 1953 года³ различимы, насколько можно судить, ещё целые сооружения, в частности палаточные лагеря.
Несмотря на эти открытые вопросы — или именно благодаря им — в Земельном археологическом музее Бранденбурга, расположенном в бывшем монастыре Святого Павла в Бранденбурге-на-Хафеле, с 22 апреля по 24 июля 2016 года проходила специальная выставка «Между войной и миром», посвящённая недавно обнаруженным свидетельствам пребывания Красной армии. Выставка была организована совместно с Германо-Российским музеем Берлин-Карлсхорст, мемориалом «Зееловские высоты» и музеем крепости Кюстрин в Польше. Впоследствии её планировалось показать во всех перечисленных учреждениях-партнёрах.
Между войной и миром. Лесные лагеря Красной армии в Бранденбурге, 1945 год
Более чем через семьдесят лет после окончания войны в бранденбургских лесах были обнаружены предметы, относящиеся ко времени капитуляции Германии в мае 1945 года.
Строго следуя военным предписаниям, вдоль лесных дорог здесь строили землянки. Их остатки сохранили следы повседневной жизни красноармейцев: снаряжение, значки, именные бирки, столовую посуду и приборы, фляги и превращённые в светильники гильзы, некоторые с надписями кириллицей. Пряжки ремней вермахта, на которых свастики были стёрты и заменены советскими звёздами, свидетельствуют о стремлении украсить себя символом победы. Предметы гражданского происхождения — украшения, часы, водопроводные краны, детали велосипедов — подтверждают известные рассказы о том времени. Эти находки говорят о присвоении и преодолении и в конкретном, и в символическом смысле и ставят множество вопросов: исследование только началось.
Примечания
Литература
Доктор Томас Керстинг
thomas.kersting@bldam-brandenburg.de