• Jan Musekamp "Zwischen Stettin und Szczecin - Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005"
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    • Artikel: Zwischen Stettin und Szczecin - Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005                           
    • Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt 
    • Autor: Jan Musekamp
    • Gebundene Ausgabe: 423 Seiten
    • Verlag: Harrassowitz; Auflage: 1 (22. Juli 2010)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3447062738
    • ISBN-13: 978-3447062732
    • Größe und/oder Gewicht:  24,4 x 17,8 x 3,3 cm
    • Preis: EUR 28,00
      



    Kurzbeschreibung:

    1945 wurde aus dem deutschen Stettin das polnische
    Szczecin. Die neue Verwaltung übernahm nach Monaten
    der Unsicherheit über die staatliche Zugehörigkeit eine
    stark zerstörte Hafenstadt mit einem Bruchteil ihrer
    ursprünglich 400.000 deutschen Einwohner. Jan
    Musekamps Studie untersucht die Folgen, die dieser
    historische Bruch für die Stadt und ihre Bevölkerung
    bedeutet hat.
    Ausgangspunkte sind die fast vollständige Vertreibung der verbliebenen Deutschen, die langwierige Neubesiedlung
    mit polnischer Bevölkerung aus den unterschiedlichsten
    Regionen sowie der Wiederaufbau. Dabei fragt
    Musekamp nach den Strategien, mit denen sich die
    Stettiner die Stadt zu eigen gemacht haben: Welche
    Mythen wurden geschaffen, um den Zugezogenen das
    Gefühl zu vermitteln, in einer urpolnischen
    Stadt zu leben? Wie gestaltete sich die Umkodierung
    des Stadtraumes im Bereich der Denkmallandschaft,
    der Straßenbezeichnungen und des angetroffenen
    materiellen Kulturerbes? Wann endlich konnte die
    Bevölkerung angesichts der nahen und immer wieder in
    Frage gestellten Grenze heimisch werden und wie gestalteten
    sich die Wechselbeziehungen der polnischen zu den
    früheren deutschen Bewohnern der Stadt?
    Ebenso thematisiert wird die Suche der Stettiner nach
    einer neuen Identität in den 1990er Jahren, als sie, vom
    ideologischen Ballast der vorangegangenen Jahrzehnte
    befreit, daran gehen konnten, selbstbewusst an ihre
    Erfolge in der Nachkriegszeit anzuknüpfen und das
    kulturelle Erbe der deutschen Zeit auch als das eigene
    zu begreifen.
    Musekamps Untersuchung wurde von der ZEIT-Stiftung
    Ebelin und Gerd Bucerius unterstützt und 2008 mit
    einem Förderpreis des Botschafters der Republik
    Polen für herausragende Dissertationen ausgezeichnet.

    Pressestimmen:

    Wer Stettin zum ersten Mal besucht und ziellos durch die Straßen wandert, verlässt die Stadt mit sehr zwiespältigen Eindrücken. Sie hat ihm eine Reihe von Rätseln aufgegeben, die zu lösen sich diese Arbeit zum Ziel gesetzt hat.“ – Diese Sätze schreibt Jan Musekamp in der Einleitung zu seiner 2008 an der Viadrina-Universität (Frankfurt an der Oder) als Dissertation angenommenen Arbeit (S. 15).

    Musekamp führt den Leser durch Stettin, hat seine Studie jedoch nicht als Beitrag zur Lokalgeschichte angelegt, sondern möchte paradigmatisch untersuchen, wie eine an der Peripherie gelegene Großstadt in einem kommunistischen System nach großer Zerstörung und fast totalem Bevölkerungsaustausch wiedererstehen konnte und mit welchen Strategien sich die heterogene Bevölkerung die Stadt kulturell aneignete (S. 21). Der Autor knüpft damit an ähnliche Studien zu anderen Städten an, insbesondere an die Arbeit von Gregor Thum über Breslau (Die fremde Stadt. Breslau 1945. Berlin, 2003), auf die er sich mehrfach bezieht.

    Musekamps interessante Studie analysiert, wie aus Stettin Szczecin wurde, und sie ist ein gutes Lehrbuch darüber, wie Geschichte konstruiert oder zu konstruieren versucht wird.

    Die vorliegende Arbeit ist gut lesbar, was an ihrer Anschaulichkeit liegt. Der Verfasser stellt nicht nur vereinzelt Bezüge zum kollektiven Erinnern der Stadtbevölkerung her, sondern auch mehrfach zum Stadtbild. Ein Stadtplan und eine Konkordanz der Straßennamen dienen der besseren Orientierung, und die Lektüre des Buches weckt den Wunsch, nach Szczecin zu reisen und den Spuren des Beschriebenen nachzugehen. Musekamps Untersuchung ist somit eine ideale Reiselektüre für den historisch Interessierten, und es gibt wohl keinen besseren Ort, diese Arbeit zu lesen, als Szczecin selbst.

    Hans-Christian Dahlmann, Hamburg

    Über den Autor:

    Jan Musekamp (geb. 1976) studierte Kulturwissenschaften und Geschichte in Frankfurt (Oder), Thorn 
    und Brünn. Seit 2007 lehrt er osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina. Seine 
    Arbeitsschwerpunkte sind Zwangsmigrationen, kulturelle Aneignung, Grenzregionen sowie die preußische 
    Verkehrsgeschichte im internationalen Kontext.


      Ergebnisse für Gelfand

      Seite 64…unlängst veröffentlichten Tagebuch des Rotarmisten Wladimir Gelfand bestätigt…

      Seite 82 ...die Erinnerungen des Rotarmisten Gelfand (Gelfand; Scherstjanoi, Deutschland...

      Seite 412…Gelfand Wladimir… General B. (Romanfigur bei A.D. Liskowacki)…

     

     

     

                                         

    © Otto Harrassowitz, Wiesbaden 2010