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Pressestimmen:
Es
ist erstaunlich, dass die Ostfront des Zweiten Weltkriegs bis vor nicht
allzu langer Zeit im westlichen Geschichtsbewusstsein kaum eine Rolle
spielte.
Diese besondere Blindheit ist längst korrigiert worden, nicht
zuletzt durch die Arbeiten so bedeutender Historiker wie John Erickson,
David Glantz und Antony Beevor. Die Korrektur war sogar so umfassend,
dass man sich fragen könnte, ob sich über diesen
entscheidenden Kriegsschauplatz überhaupt noch etwas Neues sagen
lässt.
Michael Jones beantwortet diese Frage mit seinem Buch „Total
War“ eindeutig mit Ja. Anhand von Zeitzeugenberichten und
Erinnerungen beider Seiten zeichnet er ein eindringliches Bild der
menschlichen Dimension des Konflikts.
Ein zentrales Thema des Buches ist das wachsende Verlangen nach Rache
unter den Soldaten der Roten Armee während ihres Vormarschs.
Als sie ihre eigenen Dörfer und Städte zurückeroberten,
sahen sie, welche Schrecken die deutsche Besatzung hinterlassen hatte:
ganze Familien waren gehängt, Häuser niedergebrannt und
Ortschaften zerstört worden. Angespornt von den Aufrufen des
Propagandisten Ilja Ehrenburg war die Rote Armee entschlossen, das Leid
ihrer Bevölkerung zu rächen.
"Töte den Deutschen", schrieb Ehrenburg im Jahre 1942: "Dein Vaterland verlangt."
Als die Rote Armee anschließend in das besetzte Polen
vorrückte und die unbeschreiblichen Verbrechen in den
Vernichtungslagern entdeckte, verstärkten sich diese Gefühle
noch. Jones argumentiert, dass die Soldaten durch die Gräueltaten
keineswegs abgestumpft waren, sondern zutiefst erschüttert wurden.
Neben Zeitzeugenberichten, Gedichten, Briefen und Tagebüchern, die
Einblicke in die Gedankenwelt gewöhnlicher sowjetischer Soldaten
gewähren, hat Jones auch neues Material erschlossen. Dazu
gehört etwa der vorsätzliche Versuch der Nationalsozialisten,
die Rote Armee im Frühjahr 1944 mit Typhus zu infizieren.
Roger Moorhouse is the author of Berlin at War (Vintage, 2011)
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